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Rotwein, reifer Käse und Co.: Diese Lebensmittel machen Heuschnupfen schlimmer!

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Diese Lebensmittel machen Heuschnupfen schlimmer!

Schuld ist ihr hoher Histamingehalt.
Reifer Käse, Rotwein und Tomaten können die Heuschnupfen-Symptome verstärken.
Izabela Habur, iStockphoto

von Nora Rieder

Tränende Augen, verstopfte Nase und Juckreiz im Hals: Mit diesen Symptomen äußert sich Heuschnupfen meist bei den Betroffenen. Viele versuchen, die Beschwerden mit Medikamenten zu lindern, lassen dabei aber außer Acht, dass auch die Ernährung großen Einfluss auf den Schweregrad der Pollenallergie hat. Allergologe und HNO-Arzt Prof. Dr. med. Mark Jakob erklärt im RTL-Interview, auf welche Lebensmittel Sie bei Heuschnupfen besser verzichten sollten.

Zehn bis 20 Prozent der Menschen in Europa leiden an Heuschnupfen.

In der Regel bekämpft unser Immunsystem Viren und Bakterien und schützt uns auf diese Weise vor Erkrankungen. Bei einer Allergie hingegen reagiert das Immunsystem übermäßig auf an sich harmlose Substanzen wie Eiweiße von Pflanzenpollen. Daher bezeichnet man Heuschnupfen auch als Pollenallergie. Diese tritt allerdings nur dann auf, wenn die entsprechenden Pollen während der Blütezeit der jeweiligen Pflanzen in der Luft sind.

Beim Kontakt mit dem vermeintlichen Feind bringen Abwehrzellen passende Antikörper (Immunglobuline E, IgE) in Stellung. Diese setzen beim Kontakt mit dem Allergieauslöser Botenstoffe wie Histamin aus den sogenannten Mastzellen frei, die zu einer akuten Entzündung führen. Und diese wiederum äußert sich in den typischen Symptomen wie laufender Nase und juckenden Augen.

Laut Untersuchungen leiden etwa zehn bis 20 Prozent der Menschen in Europa an Heuschnupfen. Betroffene sollten nicht nur den Pollenkontakt auf ein Minimum reduzieren, sondern auch auf ihre Ernährung achten. Denn einige Lebensmittel können die Symptome sogar verschlimmern.

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Auf diese Lebensmittel sollten Pollenallergiker verzichten

Vor allem histaminhaltige Lebensmittel können die Symptome verstärken. „Histamin ist ein Triggerstoff, der Allergien verstärkt“, erklärt Allergologe Prof. Dr. Mark Jakob. Grund dafür ist, dass Histamin als Botenstoff letztlich die Heuschnupfen-Beschwerden auslöst, weswegen der Histamin-Spiegel im Körper nicht zusätzlich erhöht werden sollte.

Besonders die folgenden Lebensmittel enthalten laut dem Experten viel Histamin beziehungsweise setzen dieses bei der Verdauung im Körper frei:

Lange gereifter Käse

Je länger ein Lebensmittel reift oder lagert, desto mehr Histamin produzieren die darauf lebenden Bakterien. Daher sind Brie oder Hartkäsesorten wie beispielsweise alter Gouda, Parmesan oder Emmentaler besonders histaminreich.

Geräuchertes Fleisch

Das gleiche gilt für geräuchertes Fleisch oder Wurst: Vor allem auf Salami, rohen Schinken, Cervelatwurst und Co. sollten Pollenallergiker besser verzichten.

Eingelegter Fisch/Fischkonserven

Auch von in Tomatensauce eingelegtem Hering oder Sardinen oder geräuchertem Fisch sollten Menschen mit Heuschnupfen besser die Finger lassen, da auch diese sehr histaminreich sind.

Obst

Auch Obstsorten wie Bananen, Ananas und Kiwis enthalten viel Histamin, aber auch Erdbeeren.

Gemüse

Vor allem auf Spinat und Tomaten sollten Allergiker wegen des hohen Histamingehaltes verzichten. Aber auch Sauerkraut ist besonders histaminreich und daher nicht zu empfehlen.

Weizenprodukte

Auch wenn Weizen selbst kein Histamin, werden entsprechende Produkte von Heuschnupfen-Patienten oft nicht gut vertragen. Forscher vermuten, dass die lange Lagerung vieler Weizenprodukte wie Nudeln, Grieß oder Mehl dafür verantwortlich ist.

Kakao

Auch Schokofans müssen tapfer sein: Vor allem auf die als besonders gesund geltende dunkle Schokolade sollten Sie wegen des hohen Histamingehalts im Kakao verzichten.

Rotwein

Während Weißwein nur etwa 1 Gramm Histamin pro Liter enthält, bringt es Rotwein auf die drei- bis vierfache Menge. Der enthaltene Alkohol hemmt zudem die Tätigkeit der Diaminoxidase (DAO). Dieses Enzym ist für den Histaminabbau zuständig. Außerdem kann der Alkohol auch bereits im Körper vorhandene Histamine freisetzen.

Bier

Beim Bier gibt es Unterschiede: So enthält obergäriges Bier mehr Histamin als untergäriges. Gut zu wissen: Auch alkoholfreies Bier enthält Histamin und sollte nur in Maßen getrunken werden.

Kaffee, schwarzer und grüner Tee

Auch wenn Kaffee mittlerweile viel positive Wirkungen nachgesagt werden: Leider sollten Heuschnupfen-Allergiker auch darauf verzichten. Zwar sind die meisten Kaffeesorten Denn obwohl die meisten Kaffeesorten praktisch kein Histamin enthalten, kann das Genussmittel bei Heuschnupfen die Symptome verstärken. Das im Kaffee enthaltene Koffein blockiert nämlich das Enzym Diaminoxidase (DAO), das für den Histaminabbau im Körper verantwortlich ist. Daher sollten Sie auch auf schwarzen und grünen Tee verzichten.

Der Allergologe rät dazu, in der Allergiezeit – wie jetzt in der Pollensaison – auf die entsprechenden Lebensmittel zu verzichten.

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Vorsicht, Kreuzallergie: Diese Lebensmittel lösen oft allergische Reaktionen aus

HNO-Arzt Dr. Mark Jakob.
Dr. Mark Jakob erklärt, was Allergikern hilft.
Dr. Mark Jakob (Privat)

Oft treten zu den gewohnten Allergieauslösern – bei Heuschnupfen den Pollen - Kreuzallergien auf. „Eine Kreuzallergie entsteht dann, wenn ein anderes Allergen eine ähnliche Proteinstruktur wie das eigentlich auslösende Allergen besitzt“, erklärt Jakob. Dadurch, dass der Körper immer wieder in Kontakt mit dem Kreuzallergen kommt, erkenne er die Ähnlichkeit zum Hauptallergen.

„Wenn man gegen Birkenpollen allergisch ist, ist man gegen die Proteinstruktur der Birke allergisch“, so der Allergologe. „Die Proteinstruktur des Apfels ähnelt dem der Birke stark, sodass der Körper möglicherweise auch auf Äpfel allergisch reagiert“, erklärt Jakob das Prinzip der Kreuzallergie.

Häufige Kreuzallergien sind laut dem Experten beispielsweise

  • Pollen und Nahrungsmitteln: z.B. zwischen Birke und Kernobst / Steinobst (zum Beispiel Äpfel, Pflaumen, Kirschen) oder zwischen Hasel und Nüssen
  • Hausstaubmilben und Nahrungsmitteln: z.B. zwischen Hausstaub und Shrimps bzw. Schalentieren
  • verschiedenen Pollenarten: z.B. zwischen Birke und Pflanzenfamilien wie beispielsweise Buche, Eiche, Erle oder Hasel

„In der Allergiezeit ist das Immunsystem in Alarm-Bereitschaft und reagiert dadurch auch auf die Kreuzallergene“, erläutert Jakob. Daher könne es sein, dass außerhalb der Allergiezeit keine Symptome beim Kontakt mit dem Kreuzallergen auftreten.

Brokkoli, schwarze Johannisbeeren und Zwiebeln können Heuschnupfen lindern

Wichtig: Nicht jeder Pollenallergiker reagiert gleich auf die verschiedenen Lebensmittel. Ein Ernährungstagebuch kann helfen, die Lebensmittel zu ermitteln, die bei Ihnen zu besonders heftigen Reaktionen führen. Notieren Sie dazu mindestens drei, am besten aber fünf bis sieben Tage lang alle verzehrten Speisen und Getränke. Auf diese Weise lassen sich Zusammenhänge zwischen Lebensmitteln und dem Auftreten bestimmter Symptomen leichter erkennen.

Grundsätzlich gilt: Verzichten Sie möglichst oft auf Fertiggericht. Denn die darin meist reichlich enthaltenen Zusatzstoffe wie Farbstoffe und Glutamat sorgen für eine höhere Histaminproduktion im Körper. Grundsätzlich gilt: Je kürzer die Zutatenliste, umso allergenärmer ist das Lebensmittel. Setzen Sie daher auf auf frische, unverarbeitete Lebensmittel und kochen Sie selbst.

Wer dabei die regelmäßig die folgenden Lebensmittel in seinen Speiseplan integriert, kann seine Heuschnupfen-Symptome auf leckere und gesunde Art und Weise lindern:

Zwiebeln:

Die Knollen enthalten viel Quercetin, das ähnlich wirkt wie Antihistaminika. Dadurch mildern Zwiebeln die Entzündugsreaktion im Körper und damit auch die typischen Symptome.

Brokkoli und Rosenkohl:

Die beiden Kohlsorten enthalten reichlich Vitamin C, das entzündungshemmend wirkt. Darüber hinaus sorgen die enthaltenen Senfglykoside, die dem Gemüse seinen leicht bitteren Geschmack verleihen, für eine Linderung der Entzündungen der Atemwege.

Schwarze Johannisbeeren und Holunder:

Die Beeren punkten ebenfalls mit einem hohen Vitamin C-Gehalt. Darüber hinaus sind sie reich an Antioxidantien, die freie Radikale unschädlich machen und insgesamt das Risiko für allergische Erkrankungen verringern. Auch die enthaltenen Phytonährstoffen und Flavonoiden, die dem Obst unter anderem seine charakteristische Farbe verleihen, entzündungshemmend.

Petersilie:

Das Kraut senkt nicht nur den Blutzuckerspiegel und wirkt aufgrund des hohen Vitamin C-Gehalts antientzündlich, sondern hemmt auch die Ausschüttung von Histamin.

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