Rote Tentakeln und fieser Gestank

Tintenfischpilz im Thüringer Wald gesichtet

Er sieht aus wie ein Tintenfisch, ist aber ein Pilz - und kommt sogar in deutschen Wäldern vor: der Tintenfischpilz.

29. Juli 2020 - 16:54 Uhr

Tier oder Pflanze?

Er ist rot, stinkt bestialisch nach Aas und sieht aus wie ein Tintenfisch, tatsächlich ist er aber ein Pilz – und kommt auch in deutschen Wäldern vor. Seit einigen Jahren sprießt der Tintenfischpilz vermehrt auch bei uns, wurde kürzlich erst im Thüringer Wald bei Schwarza gesichtet, wie mehrere lokale Medien berichten.

Gestank lockt Fliegen an

Zunächst sieht der Tintenfischpilz eher unscheinbar aus und wächst als weißgraues sogenanntes Hexenei aus dem Boden. Dieses Ei reißt schließlich auf und innerhalb weniger Stunden sprießen vier bis sechs Tentakeln daraus hervor. Anfangs noch weiß, bekommen diese schließlich ihre auffällig rote Farbe mit dunklen Punkten.

Seinen Namen hat der ungewöhnliche Pilz übrigens dank einer olivgrünen Sporenmasse, die er nach dem "Schlüpfen" aus dem Ei auf seinen Tentakeln trägt. Diese erinnert an Saugnäpfe –  eben wie bei Tintenfischen.

Unschön: Die Pilze sehen leider nicht nur sehr ungewöhnlich aus, sie riechen auch sehr extrem, nämlich nach Aas, also Tierkadavern. Der spezielle Duft lockt entsprechend viele Fliegen und Insekten an, die die Sporenmasse wiederum aufsaugen und sie mit ihrem Kot verbreiten. Appetitlich klingt das nicht, giftig ist der exotische Pilz aber trotzdem nicht.

Tintenfischpilze ursprünglich aus Neuseeland und Australien

Ganz neu ist die seltsame Pilzart auch in Deutschland nicht. Schon 1938 soll der ursprünglich aus Neuseeland und Australien stammende Tintenfischpilz im Schwarzwald gesichtet worden sein, wie der MDR berichtet.