2017 M03 9 - 13:21 Uhr

Zu viele Männernamen

Karneval ist vorbei, und Chemnitz ist wahrlich keine Karnevalshochburg, doch fällt es manchem schwer, die Pläne des Chemnitzer Stadtrates ernst zu nehmen. Dieser hat nämlich festgestellt, dass von den rund 1.200 Chemnitzer Straßen nur 40 nach Frauen benannt sind, 300 aber tragen Männernamen. Ein Missverhältnis findet die rot-rot-grüne Stadtratsspitze und hat nun beschlossen, das zu ändern. Rathaus und Bürger von Chemnitz sind aufgerufen zu brainstormen, um nach Namen berühmter weiblicher Persönlichkeiten zu suchen. Nach diesen sollen neue Straßen dann vorrangig benannt werden, bis sich das Verhältnis ausgeglichen hat.

Abstimmung am Weltfrauentag

Auch das Timing für diesen Antrag ist passend gewählt: Am 8. März, dem Weltfrauentag, soll über den Antrag abgestimmt werden. Und der rot-rot-grünen Stadtspitze ist es ernst mit diesem Antrag. Auf kritische Stimmen, etwa der FDP, die den 'Schaufensterantrag' für Geldverschwendung und falsche Prioritätensetzung hält, reagiert die Fraktionschefin der Linken, Susanne Schaper, allergisch: "Wir sind uns bewusst, dass Chemnitz wichtigere Probleme hat. Aber das eine Thema anzugehen heißt ja nicht, dass man das andere lässt", sagte Schaper gegenüber 'Tag24'.

Ist so ein Antrag nun Nonsens oder wirklich wichtig? Die Genderdebatte ist sensibel, man denke nur an die Entscheidung im US-Bundesstaat North Carolina, die Transsexuellen vorschreibt auf welches Klo sie zu gehen haben. Auch ist eine gleiche Bezahlung von Männern und Frauen bei gleicher Tätigkeit lange überfällig. Aber eine Straßennamenquote? Ist da noch angemessen und zielführend. Was denken Sie, Stimmen sie in unserm Voting ab.

Der FDP-Kreisvorsitzende Wolfgang Meyer (68) hat sich festgelegt: "Die Gewichtung männlicher und weiblicher Straßennamen führt gerade in einem Wahljahr nicht zur Förderung der Glaubhaftigkeit und Akzeptanz von Politik. Für mich gehört dieser Antrag in die Kategorie: Lesen, lachen, abheften."