15. April 2019 - 12:01 Uhr

Louisa Akavi und zwei syrische Fahrer verschleppt

Wo ist Louisa Akavi, wie mag es ihr gehen? Ist sie überhaupt noch am Leben? Vor fünf Jahren wurde die Krankenschwester aus Neuseeland in Syrien entführt, die Öffentlichkeit jedoch nie darüber informiert. Um sie zu schützen, gab das Internationale Rote Kreuz (IRK) bisher keine Informationen über den Fall heraus. Nach dem weitgehenden Zusammenbruch des sogenannten "Islamischen Staates" (IS) hat sich das geändert: "Heute bitten wir öffentlich um Informationen über drei unserer Mitarbeiter, die 2013 in Syrien entführt wurden", teilte Sprecher Dominik Stillhart mit. Neben Akavi wurden noch zwei syrische Männer verschleppt.

Längster Entführungsfall in der 156-jährigen Geschichte des Roten Kreuzes

©Yann Renoult/Wostok Press/Maxppp Kurdistan Syrien, Derik 23/10/14 refugee camp of Newroz in north-eastern Syria. |
Rot-Kreuz-Hilfe in Syrien.
© picture alliance / dpa, ©yann Renoult/Wostok Press, hw

Es handele sich um den längsten Entführungsfall in der 156-jährigen Geschichte der Organisation, sagte Stillhart weiter. "In den letzten fünf Jahren haben die neuseeländische Regierung und das IKRK immer auf der Grundlage gearbeitet, dass (sie) am Leben ist. Und diese Hoffnung besteht noch immer", so Neuseelands Außenminister Winston Peters.

Die Krankenschwester habe seit Ende der 1980er Jahre für das IKRK gearbeitet. Mit sechs weiteren Menschen habe sie gerade Nachschub an medizinische Einrichtungen in Idlib geliefert, als sie entführt wurden. Vier Entführte seien rasch freigelassen worden.

Angeblich gibt es Hinweise darauf, dass die 62-Jährige Ende 2018 am Leben war. Die "New York Times" berichtet, Akavi sei im Dezember in einer Klinik in dem syrischen Dorf Susa gesehen worden.

"Nachdem der IS seine letzten Gebiete verloren hat, waren wir der Meinung, dass es jetzt an der Zeit ist, sich zu äußern", sagte Stillhart. Ende März war die letzte syrische IS-Bastion gefallen. 

Acht Jahre Bürgerkrieg mit schrecklichen Folgen

FILE PHOTO: A general view of the refugee camp near Atimah village, Idlib province, Syria, September 11 ,2018. REUTERS/Khalil Ashawi/File Photo
Das Leid der Menschen ist immens, viele leben in Flüchtlingscamps wie diesem in der Region Idlib.
© REUTERS, Khalil Ashawi, /FW1F/mark heinrich

Der Bürgerkrieg in Syrien begann im März 2011. Große Teile des Landes sind stark zerstört, manche Orte oder Stadtteile sogar dem Erdboden gleichgemacht. Die schlimmsten Zahlen im Überblick:

  • 400 000 Tote
  • 11,7 Millionen Menschen sind auf humanitäre Hilfe angewiesen.
  • 5,6 Millionen Syrer sind ins Ausland geflohen.