Stiefopa sticht auf Baby ein und stürzt in den Tod

Familiendrama in Rostock: Das ist in der Plattenbauwohnung wirklich passiert

24. Juli 2019 - 9:15 Uhr

Stiefvater war bei 18-Jähriger in Rostock zu Besuch

Nach dem Familiendrama in einer Rostocker Plattenbausiedlung kommen immer mehr Details ans Licht. Maureen Wiechmann, Sprecherin der Rostocker Staatsanwaltschaft, erklärt im RTL-Interview, was wirklich passiert ist. In der Wohnung, wo sich die Taten ereigneten, wohnen ihrer Aussage zufolge eine 18-Jährige und ihre drei Monate alte Tochter. Die junge Mutter hatte aber auch noch ihren neun Jahre alten Bruder zu Besuch, der in den Ferien bei ihr übernachtete.

Im Video erzählt die Tante des Babys, wie es ihm und seinen Eltern jetzt geht. Nach ihrer Aussage wird das Mädchen wohl "schwerbehindert" sein - wenn es überlebt.

Wahrscheinlich waren Drogen im Spiel

Der 40-Jährige, der später vom Balkon stürzte, sei der Stiefvater der jungen Frau und der Vater des Neunjährigen. Er sei zu Besuch gekommen. "In den frühen Abendstunden hat der später getötete noch mit seinem Sohn gespielt", erklärt die Sprecherin. Dann geriet die Situation außer Kontrolle. "Nach ersten Informationen kann man davon ausgehen, dass hier Drogen im Spiel waren", sagt Wiechmann. Bei dem Mann sei es daraufhin zu "heftigsten Ausfallerscheinungen gekommen". Eine Obduktion mit einem toxikologischen Gutachten steht aber noch aus.

Eine Nachbarin beobachtete, was sich auf dem Balkon abspielte. Denn als den Lärm aus der Wohnung über ihr hörte, zog sie sich an und lief nach draußen, um zu sehen, ob sie irgendwie helfen könnte. Sie sah die junge Mutter. "Sie hat geschrien: Er hat ein Messer, er hat die Tür verbarrikadiert", erzählt sie im RTL-Interview. "Es tat mir so weh, wie sie da auf dem Balkon stand mit dem Baby auf dem Arm."

40-Jähriger schlug das Baby auf den Boden

Drama in Rostock
In Rostock ist ein 40-Jähriger vom Balkon im fünften Stock gestürzt. Er hatte zuvor auf ein drei Monate altes Baby eingestochen.
© RTL, NonstopNews

Er habe der 18-Jährigen das Baby entrissen und auf das kleine Mädchen eingestochen. Die Mutter und ihr Bruder konnten aus der Wohnung flüchten, als die Polizei eintraf. "Als die Polizei die Wohnung betrat, wurde sie Zeuge, wie der Mann das Baby heftig misshandelte und mit dem Kopf auf den Boden geschlagen hat", berichtet die Sprecherin der Staatsanwaltschaft.

Als die Beamten dann eingriffen, floh der Mann auf den Balkon und stieg über das Geländer. Es ist noch unklar, ob er sich wirklich umbringen wollte oder ob er im Drogenrausch möglicherweise nur einen Fluchtweg suchte. "Es gibt deutliche Anzeichen dafür, dass er an einer Art Wahnvorstellung gelitten hat", meint Wiechmann.

40-Jähriger stürzte in den Tod

Ein Beamter versuchte noch, dem Mann zu helfen, erzählt die Zeugin. Der Polizist habe noch gesagt: "Gib mir deine Hand, gib mir deine Hand." Der Mann, der kopfüber vom Balkon im fünften Stock hing, habe dann aber wohl getreten und sei abgestürzt. Durch den Sturz wurde er so schwer verletzt, dass er starb.

Das kleine Mädchen erlitt durch die Angriffe ihres Stiefopas schwerste Verletzungen. "Es hat einen Schädelbruch und auch eine Stichverletzung, durch die innere Organe verletzt sind", so die Sprecherin. Der Zustand des Mädchens sei stabil.