Ronaldo zerstört den Bayern-Traum

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22. April 2017 - 9:39 Uhr

Großer Kampf der Bayern wird nicht belohnt

Ein grandios kämpfender FC Bayern ist durch einen Abseits-Treffer des Dreifach-Torschützen Cristiano Ronaldo mitten ins Herz getroffen worden. Beim Auftritt mit vollem Risiko und jeder Menge Herzblut belohnten sich die Münchner beim 2:4 (2:1, 0:0) gegen Real Madrid im Viertelfinal-Rückspiel zunächst mit der Verlängerung.

Rummenigge: "Die Mannschaft ist in Trümmern."

Robert Lewandowski (53. Minute/Foulelfmeter) und ein Eigentor von Sergio Ramos (78.) hatten die Bayern in einer dramatischen Champions-League-Nacht auf die größte Aufholjagd gegen Real hoffen lassen. Doch Ronaldo mit seinen Königsklassen-Toren 98, 99 und 100 (76./105./110.) zerstörte diesen Traum. Beim 2:2 stand der Portugiese jedoch klar im Abseits. Asensio erzielte den Endstand (112.). Die Münchner hatten nach Gelb-Rot für Arturo Vidal (84.) die Verlängerung in Unterzahl bestreiten müssen.

So früh wie zuletzt 2011 ist für den deutschen Rekordmeister in Europas Eliteliga Schluss - und zum vierten Mal nacheinander ist eine spanische Spitzenmannschaft die Endstation. "Die Mannschaft ist gerade im wahrsten Sinne des Wortes in der Kabine in Trümmern", sagte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge. "Ich glaube, dass die Mannschaft heute auch verdient gehabt hätte, weiterzukommen", sagte Kapitän Philipp Lahm. "Wir wollten hier gewinnen, wollten unbedingt eine Runde weiterkommen." Ihm und Xabi Alonso bleibt vor dem Karriereende im Sommer nun ein großer Abschied auf Europas Bühne verwehrt.

Ronaldos Stunde schlägt in der Verlängerung

Lewandowski zeigte seine Wichtigkeit nach seiner Schulterverletzung durch das achte Königsklassen-Saisontor in der Festung Bernabéu vor rund 80.000 Zuschauern. Das Wagnis von Trainer Carlo Ancelotti mit den angeschlagenen Jerome Boateng und Mats Hummels lohnte sich im Alles-oder-Nichts-Spiel in der Defensive zunächst - allerdings auch dank fahrlässiger Chancenverwertung von Ronaldo & Co.. In der Verlängerung schlug der Portugiese dann aber zu. "Wir haben gegen ein Topteam gespielt. Am Ende können wir glücklich sein, dass wir weitergekommen sind", lobte Real-Coach Zinedine Zidane.

Die Bayern agierten im gefürchteten Bernabéu-Stadion von Beginn an mit viel Mut, Leidenschaft und Willen. Den perfekten Start verpasste in der 9. Minute Arjen Robben, der einen Nachschuss an das Außennetz setzte, nachdem Thiagos Versuch abgeblockt worden war. In der Abwehr agierten die zuvor verletzten Rückkehrer Hummels und Boateng aufmerksam und mit teils bewundernswertem Einsatz.

Nach dem mutigen Beginn schlichen sich beim Bundesliga-Spitzenreiter jedoch Fehler und Lücken in der Defensive ein. Torhüter Manuel Neuer, der sein Team beim 1:2 im Hinspiel mit seinen Glanztaten überhaupt erst im Rennen gehalten hatte, verhinderte mit einer starken Parade gegen Daniel Carvajal den Rückstand (26.). Zwei Minuten später klärte Boateng nach einem Schuss von Ramos auf der Linie.