Röttgen zu Hanau: "Man darf die Tat nicht isoliert sehen"

Norbert Röttgen, CDU-Bundestagsabgeordneter und Kandidat für den CDU-Parteivorsitz, spricht mit Journalisten. Foto: Kay Nietfeld/dpa/Archivbild
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20. Februar 2020 - 16:30 Uhr

Der Anschlag von Hanau darf nach Ansicht des Bewerbers um den CDU-Vorsitz, Norbert Röttgen, nicht "isoliert" betrachtet werden. "Wir müssen das Gift bekämpfen, das von der AfD und anderen in unsere Gesellschaft getragen wird", sagte Röttgen am Donnerstag zu "Bild".

Ähnlich hatten sich zuvor auch andere Spitzenpolitiker geäußert. So schrieb Linke-Parteichefin Katja Kipping bei Twitter mit Verweis auf die AfD: "Der rassistische Anschlag von Hanau ist kein Unfall. Solche Taten werden angefeuert von rechter Hetze, die von "wohltemperierter Grausamkeit" (Höcke) und "Remigration" redet und Menschen ihre Würde abspricht."

Ein Deutscher hatte am Mittwochabend im hessischen Hanau zehn Menschen und sich selbst erschossen. Neun Opfer haben Kreisen zufolge einen Migrationshintergrund. Generalbundesanwalt Peter Frank attestierte dem Täter eine "zutiefst rassistische Gesinnung".

"Die bereits jetzt einsetzenden politischen Instrumentalisierungen dieser schrecklichen Tat sind zutiefst zynisch", schrieb der AfD-Vorsitzende Jörg Meuthen auf seiner Facebook-Seite. Nach Angaben eines AfD-Sprechers war der Attentäter nicht Mitglied der Partei. Er habe auch nie für die AfD gespendet oder sich in eine Liste von Interessenten, die Informationen der Partei erhalten wollen, eingetragen.

Quelle: DPA