Schockierende Teilnahmslosigkeit

60-Jährige liegt drei Stunden hilflos auf Gehweg - niemand hilft

Notfallrettung des Arbeiter-Samariter-Bundes (Symbolfoto)
Notfallrettung des Arbeiter-Samariter-Bundes (Symbolfoto)
© picture alliance / ZB, Jens Kalaene, jka sne

22. September 2020 - 16:25 Uhr

„Wenigstens die Notrufnummer 112 hätte jemand anrufen können, ja, müssen"

Was tun Menschen, wenn eine hilflose Person auf dem Boden liegt? Im fränkischen Rödertal anscheinend einfach weitergehen. Zumindest diejenigen, die Anfang September eine gestürzte Frau auf einem Rad- und Fußweg liegenließen, ohne sich um sie kümmern oder Hilfe zu rufen. Drei Stunden musste Mitte 60-Jährige warten, berichtet das Portal infranken.de. Erst dann habe jemand die Rettungskräfte alarmiert.

Die Frau war nur zu schwach, um allein aufzustehen

Aufmerksam gemacht auf den bedenklichen Vorfall hat der Arbeiter-Samariter-Bund. Ein Sprecher des Landkreises Coburg ist schockiert über die Teilnahmslosigkeit derjenigen, die das Schicksal der Frau einfach ignorierten. "Wenigstens die Notrufnummer 112 hätte jemand anrufen können, ja, müssen", sagte Matthias Neuf dem Portal.

Hätte sich jemand die Mühe gemacht, sich um die Frau zu kümmern, hätte er festgestellt, dass man ihr lediglich hätte aufhelfen müssen. Denn die Frau sei einfach zu schwach gewesen, aus eigener Kraft wieder aufzustehen.

Der ASB-Mann weist darauf hin, dass jeder Hilfe leisten kann – und wenn er sie mit einem Mobiltelefon, das 80 Prozent der Menschen in Deutschland haben, herbeiruft. "Nichts zu tun, ist viel schlimmer", so der ASB-Sprecher.

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