Schock-Diagnose: Sie haben Depressionen!

Für seine Tochter: Vater (36) schreibt ein Buch über die dunkelste Zeit seines Lebens

23. März 2021 - 13:28 Uhr

Depressions-Patient Byung Jin: "Ich konnte mich bei vollem Bewusstsein nicht bewegen"

"Ich lag morgens im Bett und wusste, ich musste den Tag starten – und konnte mich nicht bewegen." Als lähmend beschreibt Byung Jin Park aus dem hessischen Rodenbach seine negativen Gefühle, die ihn tagtäglich begleiten. Wie er und seine Familie mit der Diagnose "Depression" umgehen und wie er anderen mit seinen Erfahrungen helfen will - im Video.

Auf Entsetzen und Verdrängung folgt die rettende Therapie

Eigentlich war Byung Jin Park wegen privater Probleme zur Therapeutin gegangen – dass ihm Depressionen diagnostiziert wurden, schockiert den 36-jährigen Rechtsanwalt zunächst zutiefst. Er verdrängt die Krankheit und versteckt sich vor seinen nächsten Angehörigen: "Ich wusste, wenn meine Eltern und meine Schwester wissen, wie schlecht es mir wirklich geht, dass sie sich dann Sorgen machen und das wollte ich ihnen ersparen."
Doch nach eine Zeit lernt er, die Diagnose zu akzeptieren und begibt sich in eine Therapie. Dort lernt er vor allem, die Sorgen und Ängste nicht wegzuschieben, sondern sie als Teil von sich zu akzeptieren. Musik und Sport unterstützen seinen Kampf gegen die negativen Gefühle.

"Ins Leere gelaufen" - Byung schreibt seine Gefühle für seine Tochter nieder

Und dabei bleibt es nicht: Byung will seine durch die Therapie erlangten Erkenntnisse nicht für sich behalten und schreibt das Buch "Ins Leere gelaufen". Auch seine kleine Tochter hat ihn inspiriert, zum Autor zu werden: Byung verspürte nach der Therapie den Wunsch "dass meine Tochter (...) eines Tages etwas in den Händen hält, was sie lesen kann und vielleicht ansatzweise verstehen kann, wieso ihr Vater irgendwann nicht mehr da war, wieso er vorher so traurig war und so antriebslos."

Auch auf seinem Twitter-Account @herrpandabear spricht Byung seit der Diagnose sehr offen über seine Krankheit.

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