RTL News>

Robert Maier will die SPD retten

Er will AfD-Wählern Hand reichen

Robert Maier will die SPD retten

39 Jahre alt, IT-Unternehmer

Robert wer? Das fragen sich gerade alle, die sich noch für die SPD interessieren. Denn ein gewisser Robert Maier möchte die Partei aus dem Umfragekeller wieder nach oben führen. Unverbraucht ist er, das ja, aber auch nahezu unbekannt: 39 Jahre ist er alt, seit 2004 in der Partei und bislang politisch kaum in Erscheinung getreten. Sein wichtigster Posten bisher: Vizechef des Wirtschaftsforums der SPD - was passt, denn Maier ist Unternehmer. Er hat eine Internetfirma in Berlin aufgebaut, die er 2018 verkaufte.

Genauer bei Kriminalität und Gewalt zuhören

24.06.2019, Berlin: Die kommissarischen Parteivorsitzenden der SPD, Manuela Schwesig (l-r), Ministerpräsidentin in Mecklenburg-Vorpommern, Thorsten Schäfer-Gümbel und Malu Dreyer, Ministerpräsidentin in Rheinland-Pfalz, beantworten nach der Sitzung d
Die kommissarischen SPD-Parteivorsitzenden Manuela Schwesig, Thorsten Schäfer-Gümbel und Malu Dreyer
dpa, Wolfgang Kumm

Warum gerade er? Die Frage muss sich der untersetzte Mann mit dem Dreitagebart nun gefallen lassen. "Ich mache das für meine Kinder", sagte er bei RTL. "So wie sich das Land im Moment entwickelt, möchte ich nicht in 15 Jahren vor meinen Kindern stehen und sagen 'Ja, ich hätte probieren können, die Dinge in die richtige Bahn zu lenken und habe aber nichts getan'." Die größten Probleme sieht er im "massiven Zulauf zu rechten Parteien" und die Probleme des digitalen Wandels - vor allem bei letzterem wäre er als Internetunternehmer Experte.

Trotz Umfragetief ist die SPD für ihn nicht tot. Im Gegenteil: "Ich glaube, dass die SPD die Partei ist, die Schutz vor Kriminalität und Armut, ökologische und wirtschaftliche Vernunft und Zukunftsoptimismus vereinen kann", sagte er. So könne die SPD einen weiteren "Rechtsruck" der Gesellschaft verhindern. "Ich bin fest davon überzeugt, dass unsere alte, große SPD in der Lage ist, sich zu erneuern", sagt er.

Die SPD müsse sich trauen, den Sorgen und Nöten der Bürger wieder genau zuzuhören. Die Themen Kriminalität, Gewalt und Migration beschäftigten die Menschen sehr, sagte er bei n-tv. Und genau da hätte die SPD den Menschen in den vergangenen Jahren nicht mehr genau zugehört. Menschen, die sich wegen der Migration Sorgen machten, sollten nicht einfach in die rechte Ecke gestellt werden. Damit reicht er allen die Hand, die früher SPD gewählt haben und sich jetzt von der AfD angesprochen fühlen. Einen Linksruck lehnt er ab.

Hat er eine Chance?

Maier ist der bislang erste Kandidat, der allein antritt - aktuell haben sich nur Duos auf den Parteivorsitz beworben. "Ich bin fest davon überzeugt, dass auch eine Frau oder ein Mann alleine die Wende für die SPD einleiten kann", sagte er. Die Frage nach einer Doppelspitze lenke nur von den eigentlichen Problemen ab. Ob er so eine Chance hat? In normalen Zeiten wäre die Antwort ein klares Nein. Aber die Zeiten sind nicht normal für die SPD - alles scheint gerade möglich zu sein. Vielleicht sogar, dass ein ganz Unbekannter neuer Parteichef wird.