Neue Erkenntnisse zum Coronavirus

Robert Koch-Institut zu Dunkelziffer bei Corona-Infektionen in Kupferzell: Antikörper-Studie vorgestellt

Studie "Corona-Monitoring lokal"
© dpa, Marijan Murat, mjut sab bwe

14. August 2020 - 11:46 Uhr

Wie verbreitet ist das Virus in der Bevölkerung?

Wie viele Menschen waren bereits, ohne es zu wissen, mit dem Coronavirus in Kontakt? Um diese Frage zu klären hat das Robert Koch-Institut eine Antikörper-Studie in Kupferzell (Baden-Württemberg) durchgeführt. Die Forscher haben durch Antikörper-Tests und Befragung von über 2.000 Erwachsenen in Kupferzell eine Dunkelziffer der Coronavirus-Infektionen ermittelt: Es wurden 3,9 mal mehr Infektionen festgestellt, als das Gesundheitsamt vor Studienstart registriert hat.

+++Mehr zu den Ergebnissen der RKI-Studie in Kupferzell lesen Sie hier im RTL.de-Coronavirus-Ticker. +++

Livestream der Pressekonferenz beendet

Für die Studie wurden 2.203 Menschen in dem besonders vom Corona-Virus betroffenen Ort auf Antikörper getestet und von den Wissenschaftlern befragt. Die Forscher wollten klären, wie viele Menschen in Kupferzell bereits mit dem Virus in Kontakt waren und Antikörper gebildet haben. Außerdem will das RKI herausfinden, welche Faktoren eine Ausbreitung des Coronavirus vorantreiben oder hemmen können.

Wie groß ist der Anteil der Infizierten ohne Symptome? Welche Menschen sind häufiger von dem Virus betroffen und wie oft verläuft eine Covid-19 Erkrankung so schwer, dass die Betroffenen ins Krankenhaus müssen? Auch zu diesen Fragen erhoffen sich die Forscher Erkenntnisse.

Kupferzell wurde für die Studie ausgewählt, weil es dort im März viele Corona-Infektionen in kurzer Zeit gegeben hatte. Für die Studie sollen auch jeweils 2.000 Menschen an drei anderen Orten getestet werden. Die oberbayerische Gemeinde Bad Feilnbach und der Landkreis Straubing-Bogen stehen dafür bereits fest, für den vierten Ort haben sich die Forscher noch nicht festgelegt.