Leichtathletik-Star im RTL-Interview

Robert Harting: „Ich bin an meine Grenzen gekommen“

10. Juli 2020 - 20:24 Uhr

Corona als Grenzerfahrung

Olympiasieger, Welt- und Europameister und ein Kerl wie ein Baum: Robert Harting. Die Diskus-Legende bringt wenig aus der Ruhe. In oder abseits des Diskusrings. Bis Corona kam. Auch für den 35-Jährigen eine Grenzerfahrung.

„Die Athleten brennen"

"Ich bin an meine Grenzen gekommen mit dem fehlenden sozialen Kontakt. Der war nicht da, und das hat schon eine besondere Situation hervorgerufen", sagte der ehemalige Diskuswerfer im RTL-Interview. Eine große Herausforderung. Für den Menschen. Und den Sportler. Besonders in der Leichtathletik. Von heue auf morgen von 100 auf null. Für eine gefühlte Ewigkeit.

"Die Athleten brennen. Ich will fast sagen, sie sind auch ein wenig desorientiert. Es ist keine normale Situation. Die Rhythmen sind gestört worden", erklärte der Olympiasieger von London 2012. "Der Grundtenor ist, dass sehr viele Motivationsprobleme haben, weil ein Sportler immer nach vorne will – immer durch die Wand. Und plötzlich bekommt er keine Möglichkeiten mehr. Das muss man erstmal verarbeiten."

Schritt in neue Normalität

Einen Schritt zurück in die Normalität oder besser die neue Normalität der Leichtathletik konnten Fans und Athleten bei den sogenannten "Inspiration Games" bestaunen. 30 Athleten. 7 Stadien. Sechs Länder. Ein Fernduell in mehreren Disziplinen.

"Eine sehr gut gelungene Aktion. Ich finde, den technischen Ansatz, es so zu lösen, über mehrere Kontinente eine Wertung hinzubekommen, einen guten Einfall", sagte Harting mit Blick auf die außergewöhnliche Premiere. "Diese Variante, sich ein bisschen dem Wettkampfgeschehen zu stellen, tut gut. Auch wenn es skurril ist." Noch.