Untersuchung zum Auftreten in Deutschland

RKI-Bericht: Wie schnell breiten sich Corona-Mutationen aus?

 FOTOMONTAGE, Schild mit Coronavirus-Symbol vor den Fahnen von Brasilien und Südafrika, Symbolfoto Virus-Mutation *** PHOTOMONTAGE, sign with coronavirus symbol in front of the flags of Brazil and South Africa, symbol photo virus mutation
Bis zum 31. Januar wurden dem RKI demnach 168 Nachweise von B.1.1.7 in Deutschland gemeldet.
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Drei besorgniserregende Varianten

Seit Mitte Dezember 2020 kursiert die britische Coronavirus-Mutation B.1.1.7 in der Welt. Ebenfalls im Dezember 2020 wurde zudem erstmals vom vermehrten Auftreten einer SARS-CoV-2 Variante in Südafrika berichtet. Im brasilianischen Bundesstaat Amazonas zirkuliert derzeit die SARS-CoV-2 Variante B.1.1.28 P.1. Alle Mutationen wurden in Deutschland bereits nachgewiesen, wie jetzt ein Bericht des Robert-Koch-Instituts (RKI) zeigt. Doch wie schnell breiten sich die Mutationen aus?

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168 Nachweise der britischen Mutation

Im Rahmen einer ad-hoc Erhebung wurden vom 22. Januar bis zum 29. Januar 2021 Untersuchungen, sogenannte Punktmutation-Assays, von rund 34.000 SARS-CoV-2 -positiven Proben durchgeführt.

Mit Stand 31.01.2021 (21:00 Uhr) hat das RKI Kenntnis über 168 SARS-CoV-2-Nachweise der Variante B.1.1.7 (Großbritannien) in Deutschland erhalten. Die Fälle stammen aus 13 Bundesländern (Berlin, BadenWürttemberg, Bayern, Bremen, Hamburg, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen, Schleswig-Holstein, Thüringen, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern).

Darüber hinaus sind über 27 SARS-CoV-2-Nachweise der Variante B.1.351 (südafrikanische Variante) bekannt. Diese Fälle stammen aus 7 Bundesländern (Baden-Württemberg, Bayern, Hamburg, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt und Sachsen).

Noch keine Belege, aber Tendenzen

Insgesamt schätzte das RKI den Anteil von B.1.1.7 bei positiven PCR-Tests in der letzten Januarwoche auf ungefähr 5,8 Prozent. Die Einschätzung basiert auf der nachträglichen Analyse von über 30.000 positiven Sars-CoV-2-Proben. Dieses Ergebnis werde von den Ergebnissen von Genomsequenzierungen unterstützt, bei denen der Anteil an B.1.1.7 bei 5,73 Prozent gelegen habe.

Die vorliegenden Daten aus der Analyse von Gesamtgenomsequenzierungen können auf Grund geringerer Nachweiszahlen noch keine statistisch belastbare Aussage über das Vorkommen der Varianten liefern, zeigen aber den Anstieg des Anteils der Variante B.1.1.7 im Jahr 2021 gegenüber 2020, so das RKI. Die Forscher schließen daher auf die zunehmende Verbreitung der Mutation aus Großbritannien.