Risiken im Spielzeug - darauf sollten Eltern unbedingt achten!

Laut dem TÜV bergen viele Kinderspielzeuge Gefahren.
Laut dem TÜV bergen viele Kinderspielzeuge Gefahren.
© dpa, A3508 Rolf Vennenbernd

13. März 2018 - 15:48 Uhr

Probleme gebe es häufig bei EU-Importen

Verschluckbare Kleinteile, ungesicherte Hochbetten, lange Bänder am Kleidchen: Für Kinder können Gefahren in Spielzeug oder Kleidung lauern.

Verschlucken, Vergiftungen, Verbrennungen - jedes Jahr verunglücken in Deutschland rund 1,7 Millionen Kinder. Viele Unfälle passieren im Haushalt - und etliche sind auf unsichere Produkte zurückzuführen, warnt die Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG). Um solche Vorfälle zu vermeiden, gibt der TÜV klare Vorgaben, an die sich Eltern halten sollten.

Abgebrochene Teilchen, die Kleinkinder herunterschlucken, ein Sturz aus einem ungesicherten Hochbett - immer wieder landeten junge Patienten aus solchen Gründen in der Notaufnahme, sagt BAG-Präsidentin Stefanie Märzheuser, die Kinderchirurgin an der Berliner Charité ist. Probleme gebe es vor allem mit Produkten, die aus anderen Ländern in die EU importiert würden. Hier erfolgten nur stichpunktartige Kontrollen. Dabei seien die gesetzlichen Rahmenbedingungen "eigentlich ganz gut, das Problem ist aber die Umsetzung in der Praxis", erklärt Ralf Diekmann vom TÜV Rheinland aus der Abteilung Produktsicherheit.

Um alle Importe überprüfen zu können, fehle es den Behörden auch in Deutschland schlichtweg an Personal. Deshalb sehen die BAG und der TÜV neben Herstellern und Gesetzgebern auch die Eltern in der Verantwortung.  Diese sollten Spielzeug und Kleidung für ihren Nachwuchs nur aus vertrauenswürdigen Quellen kaufen, die über eine eigene Qualitätssicherung verfügten - etwa namhafte Hersteller, Handelshäuser oder Discounter. Bei fliegenden Händlern auf Wochenmärkten oder zweifelhaften Anbietern im Internet sei dagegen Vorsicht geboten. "Hier dürfen sich Eltern nicht nur vom Preis leiten lassen", empfiehlt Diekmann.

Eltern aufgepasst: Beim nächsten Kauf unbedingt auf diese Merkmale achten!

Beim Kauf von Kinderprodukten sollten einige grundlegende Besonderheiten beachtet werden, rät der TÜV-Experte. Dazu zählen Prüfzeichen wie das GS-Symbol. Ferner sollte ein Ansprechpartner für den Reklamationsfall in der EU sitzen. Aufschriften auf der Verpackung und die Bedienungsanleitung sollten in deutscher Sprache verfasst sein. "Was nutzt ein toller Fahrradhelm, wenn die Riemen nicht korrekt eingestellt sind und der Helm bei einem Sturz vom Kopf gerissen wird - weil die Eltern die Bedienungsanleitung nicht richtig verstanden haben."

Abgesehen davon müssten Eltern aber auch so gut wie möglich die äußeren Rahmenbedingungen dafür schaffen, dass Kinder sich mit Spielzeug nicht verletzen könnten, betont Märzheuser. "Bei einem Trampolin zum Beispiel ist es Aufgabe der Eltern, ihrem Kind beizubringen, wie es den Schwung bei der Landung abbremsen kann." Anspruch müsse es sein, sich in die Denkweise der Kinder hineinzuversetzen.