Riesiger Kreditkarten-Skandal in Südkorea

22. Januar 2014 - 7:30 Uhr

Südkorea wird von einem Kreditkarten-Skandal erschüttert. Von dem beispiellosen Datendiebstahl sind mehr als 100 Millionen Kartenkonten betroffen. Eine erste Massenklage gegen Kreditkartenanbieter wurde bereits eingereicht. Aufgebrachte Koreaner prüften in Bankfilialen ihre Kontostände nach und machten ihrem Unmut Luft. Auch im Internet wurde über das Thema erregt diskutiert.

Es dürfte sich um den größten Fall von Datenklau in der Geschichte Südkoreas handeln. Die Finanzaufsichtsbehörde FSS machte am Sonntag das ganze Ausmaß des Skandals öffentlich. Demnach wurden im vergangenen Jahr bei vorgeblichen Sicherheitschecks Informationen von 105,8 Millionen Kreditkartenkonten abgezapft, darunter Namen, Adressen, Telefon- und Kontonummern sowie Angaben zu Einkommen, Familienstand und Ausweisnummern. Dafür verantwortlich ist laut FSS ein Techniker, der im Auftrag einer Firma tätig war, die diese Daten für Finanzdienstleister verwaltet. Der Beschuldigte habe das Material einfach auf eine eigene Festplatte kopiert und dann an einen Kreditvermittler und einen Händler verkauft. Er und eine weitere Person seien festgenommen worden.