2018 M08 16 - 18:27 Uhr

Neue Blutsauger, neue Krankheitserreger

Der diesjährige Sommer bringt nicht nur hohe Temperaturen, sondern auch tropische Zeckenarten nach Deutschland. Forscher der Stuttgarter Universität Hohenheim und des Instituts für Mikrobiologie der Bundeswehr (IMB) in München konnten Zecken der Gattung Hyalomma entdecken. Eine davon trug das Zecken-Fleckfieber (Rickettsia aeschlimannii) in sich. Wo kommen die Blutsauger plötzlich her? Wie gefährlich sind sie? Und wie kann man sich vor den Zecken schützen? Im Video haben wir die fünf wichtigsten Fragen und Antworten zu den tropischen Zecken für Sie zusammengefasst.

Sieben Hyalomma-Exemplare entdeckt

Insgesamt fand man sieben Exemplare der tropischen Hyalomma-Zecken an einem Schaf und vier an Pferden im Raum Hannover, in Osnabrück und Wetterau. Das klingt zunächst nicht tragisch, versetzt die Forscher jedoch in Alarmbereitschaft. Denn die Tropenzecken sind mit ihren gestreiften Beinen und einer Länge von bis zu zwei Zentimetern nicht nur größer als die heimische Holzbock-Zecke, sondern bringen auch neue Erreger mit.

Eines der Tiere trug Rickettsia-Bakterien in sich, die das Zecken-Fleckfieber auslösen. Beim Menschen führt das zu Hautveränderungen und Fieber. Das gefährliche Krim-Kongo-Fieber wurde bisher nicht festgestellt, kann jedoch ebenfalls durch die Hyalomma-Zecken übertragen werden. Die Holzbock-Zecke ist hingegen als Überträger von Borreliose oder der nur schwer behandelbaren Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) bekannt.

Immer mehr tropische Zeckenarten in Deutschland

Laut den Forschern gilt es nun herauszufinden, ob es sich bei den gefundenen Zecken um einzelne eingeschleppte Exemplare handelt oder ob sie sich hier bereits angesiedelt haben. "Diese Zeckenarten könnten in Deutschland Einzug halten", sagt Ute Mackenstedt, Parasitologin an der Universität Hohenheim. "Wir werden sie in diesem Jahr verstärkt im Auge behalten und bereiten uns darauf vor, ihr in den nächsten Monaten womöglich noch öfter zu begegnen."

Die Hyalomma-Zecken gelangten nach Vermutung der Experten über Vögel nach Deutschland. Sie befallen vor allem größere Tiere, auch der Mensch ist ein willkommenes Opfer.