Riesen-Hurrikan 'Irene' rollt auf US-Küste zu

09. Februar 2016 - 15:24 Uhr

Mehr als 250.000 Einwohner müssen ihre Häuser verlassen

Kurz vor dem erwarteten Eintreffen des Hurrikans 'Irene' müssen in der Acht-Millionen-Metropole New York mehr als 250.000 Einwohner ihre Häuser verlassen. Nach der Anordnung von Bürgermeister Michael Bloomberg werden alle tiefliegenden Gebiete in Wassernähe evakuiert.

Der Hurrikan 'Irene' bedroht die Ostküste der USA.
Hurrikan 'Irene' bedroht die US-Ostküste.
© REUTERS, HO

Ältere Menschen und Krankenhauspatienten in diesen Gebieten wurden bereits in Sicherheit gebracht. "Wir haben niemals zuvor eine verpflichtende Evakuierung angeordnet, würden es aber nicht machen, wenn der Wirbelsturm nicht sehr gefährlich werden könnte", sagte Bloomberg. Es soll damit begonnen werden, den öffentlichen Nahverkehr - mit acht Millionen Passagieren pro Tag der größte des Landes - zu schließen. Anders als im Rest der USA haben viele New Yorker kein Auto und sind auf Bus, U-Bahn und Regionalzüge angewiesen.

Am New Yorker Aktienmarkt wurde der Einsatz eines Ersatzgenerators vorbereitet und Treibstoff sowie Nahrungsmittel herangeschafft, um den Handel am Montag fortsetzen zu können. Die Internetseite der Stadt brach unter dem Andrang der Informationssuchenden zusammen.

Hurrikan mit historischem Ausmaß

'Irene' bedroht potenziell rund 55 Millionen Menschen. Treten die Wetterprognosen ein, wird erstmals seit Jahrzehnten ein größerer Hurrikan die dicht besiedelte Küste im Nordosten der USA treffen und Experten zufolge Schäden in Milliardenhöhe anrichten.

Als erstes dürfte der Sturm im Bundesstaat North Carolina ankommen und dann weiter nach Norden ziehen. Präsident Barack Obama warnte, alles deute auf einen Hurrikan von historischem Ausmaß hin. Bundesstaaten, Städte, Häfen, Konzerne und Atomkraftwerke bereiteten sich auf das Schlimmste vor und holen die Notfallpläne aus den Schubladen. Anwohner deckten sich mit Nahrung, Wasser und Benzin ein und versuchten

ihre Häuser, Autos und Boote sicher zu machen.

Für die Versicherer sind nach Berechnungen der Risikomodellierungsfirma AIR Worldwide allein in der Karibik bereits Schäden von bis zu 1,1 Milliarden Dollar entstanden. Die meisten Zerstörungen habe es auf den Bahamas gegeben.

Der Nordosten der Vereinigten Staaten ist seit Jahrzehnten von schweren Hurrikanen verschont geblieben. Zuletzt hatte 2008 der Hurrikan 'Ike' die südliche US-Küste in Texas getroffen. Nur 'Katrina' hatte 2005 in New Orleans noch größere Schäden angerichtet.