Auch wenn es kalt ist

Kondenswasser an Fensterscheiben - wie lüfte ich bei niedrigen Temperaturen?

Sieht die Innenseite Ihrer Fenster - vor allem im Herbst und Winter - so aus, sollten Sie dringend lüften.
Sieht die Innenseite Ihrer Fenster - vor allem im Herbst und Winter - so aus, sollten Sie dringend lüften.
© NICK BEER

27. Januar 2022 - 10:58 Uhr

Richtig lüften will gelernt sein!

Bei eisigen Temperaturen fällt das Lüften schwer. Trotzdem ist es jeden Tag und sogar mehrfach notwendig – sonst bildet sich Schimmel im Raum.

Wie lange muss ich wirklich lüften?

Eine Frau lüftet ihr Zimmer.
Mehrmals am Tag zu lüften ist wichtig - auch bei kühlen Temperaturen.
© Aja Koska

Egal zu welcher Jahreszeit, man sollte die Fenster zum Lüften mehrfach am Tag kurz aufreißen. Ist es draußen frostig-kalt, kann das Stoßlüften aber kürzer ausfallen. Der Verband "Fenster + Fassade" rät zu dieser Lüftungsdauer:

  • +10 Grad: für 15 Minuten lüften
  • 0–10 Grad: zehn Minuten pro Lüftungsvorgang
  • bei Minustemperaturen: Fenster für fünf Minuten pro Einheit aufreißen

Wie oft man letztlich in den einzelnen Wohnräumen lüften sollte, ist abhängig von vielen individuellen Faktoren: Etwa, ob man sich in einem Zimmer auch aufhält und atmet oder nachts im Bett schwitzt. Vor allem für Feuchtigkeit sorgen das Kochen, Duschen und Baden. Danach sollte immer direkt gelüftet werden. Als Faustregel gibt die Verbraucherzentrale Mecklenburg-Vorpommern ebenfalls aus: Je mehr Personen im Haushalt leben, umso häufiger sollte gelüftet werden.

Lese-Tipp: So heizen und lüften Sie in der kalten Jahreszeit richtig

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Warum ist der Austausch der warmen gegen kalte Luft wichtig?

Hierbei geht es an sich nicht um die Temperatur, sondern um das Absenken der Luftfeuchtigkeit. Grob erklärt: Warme, aufgeheizte Raumluft ist in der Lage, relativ viel Wasser zu speichern. Trifft sie auf die kühleren Wände im Raum, insbesondere die äußeren Hauswände, dann kondensiert die feuchte Luft daran. Der Wasserfilm ist ein optimaler Nährboden für Schimmel. Vor allem in Ecken des Raumes, in Nischen und rund um das Fenster, aber auch hinter Möbelstücken direkt an der Außenwand passiert das am ehesten.

Wie merke ich, dass die Luftfeuchtigkeit zu hoch ist?

Kondenswasser an einem Fenster
Ein Paradies für Schimmelpilze: Bildet sich am Fenster Kondenswasser, beträgt die Luftfeuchtigkeit in dem Mikroklima dort schon 100 Prozent.
© deutsche presse agentur

Einen Hinweis, wann das Lüften mal wieder fällig ist, gibt das Hygrometer, ein Messgerät für Luftfeuchtigkeit. Zeigt es einen Wert von mehr als 60 Prozent Luftfeuchte an, sollte man die Fenster öffnen. So lautet zumindest der generelle Rat. Hans Weinreuter von der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz betont aber, dass die Obergrenze an kalten Tagen in schlecht gedämmten Altbauten schon bei 40 Prozent relativer Luftfeuchte liegt, während gut gedämmte Neubauten locker mit 55 Prozent klarkommen.

Bildet sich am Fenster oder an der Wand Kondenswasser, beträgt die Luftfeuchtigkeit in dem Mikroklima direkt dort schon 100 Prozent. Schimmelpilze wachsen bereits bei einer relativen Luftfeuchte von 70 bis 80 Prozent. Bei diesem Wert fühle sich die Oberfläche weder feucht an noch könne man Kondenswasser sehen. Daher gilt: schön regelmäßig lüften! (dpa/vdü)