Italienische Doppelmoral

Riccardo Simonetti: "Über mein Schwulsein wurde nie gesprochen"

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ProSieben/Florida TV/Anna Thut, SpotOn

Paradiesvogel Riccardo Simonetti (29) hatte in seinem Leben schon öfter mit Homophobie und Anfeindungen zu kämpfen. In einer Gesprächsrunde findet der Entertainer nun klare Worte für die italienische Doppelmoral in Identitätsfragen, die auch vor seiner eigenen Familie nicht Halt macht.

Riccardo SIionetti: „Es gab keine Schwulen, ich sah keine Schwulen“

„Alles, wofür ich in Deutschland in der Schule gehänselt wurde, dass ich auf meine Klamotten achte und so, das fanden in Italien alle super“, erklärt der Deutsch-Italiener in einer Gesprächsrunde mit dem „Zeit“-Magazin. Doch dennoch war auch in seiner zweiten Heimat nicht alles rosarot. „Aber über mein Schwul sein wurde nie gesprochen.„Es gab keine Schwulen, ich sah keine Schwulen“, erinnert sich der 29-Jährige. Deshalb habe bei ihm, was Italien angeht, "auf jeden Fall eine Art Entidealisierung stattgefunden."

Auch in seiner italienischen Familie kann Riccardo diese Doppelmoral beobachten: „Mein Vater – meine Eltern sind mittlerweile getrennt – hat mich so gut wie nie auf mein Schwulsein angesprochen.“

Seiner italienischen Großmutter von seinem Freund Steven zu erzählen, habe ihm deshalb große Angst gemacht. Doch auch wenn seine Sorge unbegründet war, ist sich der Influencer sicher: "Wenn ich noch zur Uni gehen würde und schwul wäre und so aussähe, wie ich aussehe, dann würde es da schon mehr Kritik geben, denke ich. Aber dadurch, dass ich meine Familie finanziell unterstützen kann, wird schnell die Klappe gehalten." Denn weil er sehr jung erfolgreich geworden sei, genieße er in seiner Familie einen besonderen Status.

Riccardo Simonetti zieht mit seinem Freund zusammen

Steven ist Riccardos erster fester Freund. 2020 machte der Blogger seine Beziehung öffentlich und verriet in diesem Zuge auch, wie er den gebürtigen New Yorker im Fitnessstudio kennengelernt hat: „Ich fand ihn und seinen amerikanischen Akzent sofort süß. Wir haben uns verabredet.“ Nun wollen die beiden sogar den nächsten Schritt wagen und zusammenziehen (jve)