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Rheinland-Pfalz regelt Holzvermarktung neu

Mischwald im Frühling
Ein Mischwald aus der Drohnenperspektive. Foto: Patrick Pleul/Archiv © deutsche presse agentur

Die Holzvermarktung in Rheinland-Pfalz wird wegen kartellrechtlicher Einwände neu geregelt. Der Landtag stimmte am Mittwoch in Mainz mit Mehrheit dafür, dass das Holz privater und kommunaler Waldbesitzer von neu zu bildenden kommunalen Gesellschaften sowie von privaten Holzvermarktungsorganisationen verkauft wird. Umweltministerin Ulrike Höfken (Grüne) sagte, es sei nicht leicht, das gut funktionierende System aufzugeben, aber es sei verantwortungsvoll. Für den Umstieg gebe es finanzielle und personelle Unterstützung.

Die Ampel-Fraktionen stimmten dafür, die Opposition aus CDU und AfD enthielt sich. Der CDU-Abgeordnete Michael Billen sagte über das Gesetz: "Das hilft vor allem nicht dem kleinen Waldbesitzer." Die Richtung sei aber richtig. Bisher hatten die Kommunen die Wahl, ob sie ihr Holz selbst oder über den Landesbetrieb Landesforsten vermarkten. Privatwaldbesitzer konnten ihr Holz gegen kostendeckende Entgelte ebenfalls über den Landesbetrieb vermarkten.

Das Bundeskartellamt hatte 2015 ein Verbot verschärft, das den gemischten Verkauf von Holz aus Staatswald, kommunalem Wald sowie Privatwald verbietet. Baden-Württemberg wehrt sich vor dem Bundesgerichtshof (BGH) gegen die Zerschlagung seiner Forststruktur. Ein Urteil soll am 12. Juni verkündet werden. Höfken erwartet zunächst eine mündliche Verkündung.

In Rheinland-Pfalz sind rund 7300 Unternehmen mit 51.000 Beschäftigten in der Forst- und Holzwirtschaft aktiv. Mit einem Umsatz von etwa zehn Milliarden Euro ist die Holzwirtschaft nach Angaben des Umweltministeriums der zweitgrößte Wirtschaftszweig des produzierenden Gewerbes.


Quelle: DPA

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