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Rheinberg sagt Karnevalszug wegen Flüchtlingssituation ab

Rheinberg sagt Karnevalszug wegen Flüchtlingssituation ab

In Rheinberg wird der Karnevalszug abgesagt
Der Karnevalszug in Rheinberg wird abgesagt, weil die neuen Sicherheitsauflagen der Stadt in so kurzer Zeit nicht zu erfüllen sind.
dpa, Peter Steffen

Die Stadt hatte ein neues Sicherheitskonzept gefordert

In der Stadt Rheinberg im Kreis Wesel wird erstmals ein Karnevalszug mit Verweis auf die Flüchtlingssituation abgesagt. Der Präsident des ausrichtenden Karnevalsclubs '1. OKK 99', Paul van Holt, sagte der Zeitung 'Rheinische Post': "Die Zeit bis Rosenmontag reicht nicht mehr, um die von der Stadt geforderten Sicherheitsauflagen zu erfüllen. Deshalb haben wir uns schweren Herzens entschieden, den Zug abzusagen."

Ein Sprecher der Stadt sagte, man könne nicht ausschließen, dass die im Stadtteil Orsoy lebenden Flüchtlinge den Zug besuchen und es zu Vorfällen wie in der Silvesternacht in Köln komme. In Orsoy befindet sich eine Zentrale Unterbringungseinrichtung des Landes Nordrhein-Westfalen. Dort leben mehrere Hundert Flüchtlinge. In dem ehemaligen Krankenhaus mit Schwesternheim sind auch zahlreiche Nordafrikaner untergebracht - nach ersten Ermittlungsergebnissen waren auch die Kölner Täter überwiegend Nordafrikaner.

Der Umzug sei aber nicht nur wegen der Nähe zur Unterkunft abgesagt worden. Grund für die Stadt, ein Sicherheitskonzept zu verlangen, war neben der Flüchtlingssituation die Verlegung des Zugs vom Karnevalssonntag auf Rosenmontag - Rheinberg rechnet daher mit deutlich mehr als den üblichen 2.500 Besuchern, darunter auch "Problemgruppen" aus anderen Orten.