"Die Mitarbeiter müssen doch Vorbilder sein"

Anwohner sauer: Ordnungsamt pinkelt vor seine Haustür

23. Juli 2020 - 10:22 Uhr

Überwachungskamera des Anwohners fängt Pinkel-Posse des Ordnungsamt-Mitarbeiters ein

Waldemar B. ist im wahrsten Sinne des Wortes angepisst. Er kann es immer noch nicht fassen, wenn er sich die Aufnahmen seiner Überwachungskamera ansieht. Ein Mitarbeiter des Ordnungsamts pinkelt seelenruhig direkt vor seiner Haustür in die Einfahrt. "Die Mitarbeiter müssen doch Vorbilder sein", klagt der 56-jährige Lackierer aus Rheda-Wiedenbrück. Sehen Sie die unglaublichen Szenen und die Reaktion des Betroffenen im Video.

Ordnungsamt ermittelt gegen eigenen Mitarbeiter

Die Überwachungsbilder zeigen die ungeschönte Wahrheit: Zwei Mitarbeiter des Ordnungsamts klingeln an der Tür von Waldemar B. Als keiner aufmacht, geht einer der Ordnungshüter zur Hecke und erleichtert sich. Auf der gelben Warnweste des Mannes prangt groß der Schriftzug "Ordnungsamt". "Ohne Überwachungskamera hätte ich davon nie erfahren", weiß der Bewohner.

Die Behörde verspricht nun, wegen des Vorfalls zu ermitteln. Ein respektvoller Umgang der städtischen Mitarbeiter während und nach Hausbesuchen müsse immer gewährleistet sein, heißt es in einer Stellungnahme der Stadt Rheda-Wiedenbrück, die RTL vorliegt.

Saftige Strafe für drückende Blase?

Je nach Kommune kostet Wildpinkeln eigentlich zwischen 35 und 5.000 Euro. Ob der Mitarbeiter für sein Vergehen blechen muss, ist noch unklar. "Ich hätte dafür eine Strafe zahlen müssen, ohne Gnade", schimpft der Anwohner, auch wenn seine akkurat gepflegte Hecke keinen bleibenden Schaden genommen hat. Warum die Ordnungsdienstmitarbeiter überhaupt da waren, weiß er bis heute nicht. Immerhin hat sich der Leiter des Amtes inzwischen telefonisch entschuldigt.