Revisionsprozess in Köln: Todesraser müssen doch ins Gefängnis

Das Kölner Landgericht hat die zwei Raser zu Haftstrafen ohne Bewährung verurteilt.
© dpa, Oliver Berg, obe exa

22. März 2018 - 15:20 Uhr

Urteil des Kölner Landgerichts

Eigentlich waren die beiden Todesraser von Köln ja schon zu Bewährungsstrafen verurteilt worden - bis der Bundesgerichtshof (BGH) das Urteil teilweise aufhob. Nun hat das Kölner Landgericht im Revisionsprozess entschieden, dass die 24 und 25 Jahre alten Männer doch ins Gefängnis müssen. Sie wurden zu Haftstrafen von zwei Jahren, sowie einem Jahr und neun Monaten verurteilt.

Bewährungsstrafe hätte falsches Signal gesetzt

Das Kölner Landgericht folgte mit dem Urteil der Empfehlung des BGH. Eine Bewährungsstrafe für Mitglieder der Raserszene würde ein falsches Signal setzen, hieß es bereits am Morgen im Plädoyer der Staatsanwaltschaft. Die besonderen Umstände der Tat würden eine Aussetzung der Strafe zur Bewährung nicht rechtfertigen.

2016 waren die beiden Männer vom Kölner Landgericht bereits wegen fahrlässiger Tötung zu Bewährungsstrafen verurteilt worden. Sie hatten sich am Auenweg in Köln-Deutz ein Autorennen geliefert und dabei eine Radfahrerin gerammt. Die 19-Jährige war an ihren schweren Verletzungen gestorben. Das erste Urteil des Landgerichts wurde vom BGH teilweise aufgehoben.

Nach dessen Auffassung hatten die Kölner Richter in ihrem ursprünglichen Urteil nicht berücksichtigt, dass Bewährungsstrafen von der Öffentlichkeit als zu lasch wahrgenommen werden könnten. Die beiden Raser hätten den Unfall mit ihrer aggressiven Fahrweise vorsätzlich herbeigeführt. Deshalb ging der Prozess in Revision.