Revision gegen Freispruch für Lehrer

14. Februar 2016 - 11:52 Uhr

Nach dem Freispruch für einen unschuldig wegen Vergewaltigung verurteilten Lehrer geht das angebliche Opfer gegen das Urteil vor. "Wir haben Revision eingelegt", sagte die Anwältin der Frau, Susanne Renner. Das Landgericht Kassel hatte den 52-Jährigen am Dienstag nachträglich wegen erwiesener Unschuld freigesprochen.

Zu den Gründen für den Schritt wollte sich Anwältin Renner nicht äußern. Im Verfahren muss die Revision erst begründet werden, wenn das Urteil schriftlich vorliegt. Das dauert in der Regel mehrere Wochen. Danach hat die Partei vier Wochen Zeit, ihren Revisionsantrag zu erläutern.

Die Frau, die mittlerweile in Bielefeld unterrichtet, hatte ihren ehemaligen Kollegen beschuldigt, sie 2001 an einer Schule im südhessischen Reichelsheim vergewaltigt zu haben. Der Biologielehrer war daraufhin 2002 vom Landgericht Darmstadt zu fünf Jahren Haft verurteilt worden. Der Mann aus Völklingen (Saarland) saß die Strafe vollständig ab.

Wegen neuer Beweise war der Prozess neu aufgerollt worden. "Es ist davon auszugehen, dass die Zeugin gelogen und die Geschichte von vorn bis hinten erfunden hat", hatte der Kasseler Richter Jürgen Dreyer in seiner Urteilsbegründung gesagt.