Reus spricht sich nach Hanau für offene Gesellschaft aus

Marco Reus von Borussia Dortmund kommt im Stadion an. Foto: Bernd Thissen/dpa
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21. Februar 2020 - 10:40 Uhr

Fußball-Nationalspieler Marco Reus hat sich nach dem mutmaßlich rechtsradikal motivierten Anschlag in Hanau mit deutlichen Worten für ein tolerantes Miteinander ausgesprochen. "Kein Tor, kein Sieg, kein Titel im Fußball bedeutet mir so viel wie eine offene und friedliche Gesellschaft", sagte der Kapitän von Borussia Dortmund dem Nachrichtenportal "t-online.de": "Ich wünsche mir eine tolerantere Welt, in der kein Platz für Rassismus, Hass und Fremdenfeindlichkeit ist."

Für ihn sei das seit seiner Kindheit eine Selbstverständlichkeit, versicherte der 30-Jährige. "Toleranz, Respekt und Weltoffenheit sind mir schon früh von zu Hause mit an die Hand gegeben worden", sagte er: "Schon als Kind bin ich im Fußball mit vielen verschieden Nationen und Religionen in Kontakt gekommen, ohne dass man es als kleiner Junge überhaupt bewusst wahrnimmt."

Den Fußball sieht Reus zudem als ideales völkerverbindendes Element. "Kaum ein Bereich des öffentlichen Lebens ist so international wie der Sport und der Fußball", erklärte er: "Ich habe Mitspieler aus der Schweiz, aus Marokko oder Argentinien, ich habe Freunde und Fans auf der ganzen Welt, ich habe andere Länder und Kulturen kennenlernen dürfen."

Am Mittwochabend hatte ein 43-jähriger Deutscher in Hanau aus mutmaßlich rechtsradikalen und rassistischen Motiven neun Menschen mit ausländischen Wurzeln erschossen. Außerdem tötete er seine Mutter und sich selbst.

Quelle: DPA