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Reue: Schornsteinfeger gesteht Azubi-Nacktfilme

Reue: Schornsteinfeger gesteht Azubi-Nacktfilme

58-Jähriger hortete mehr als 10.000 kinderpornografische Bilder

Ein 58-jähriger Schornsteinfeger hat in seinem Saarbrücker Betrieb heimlich weibliche Auszubildende beim Duschen gefilmt. Außerdem hortete er in seiner Wohnung mehr als 10.000 kinderpornografische Bilder. Das gestand der Mann zu Prozessbeginn vor dem Amtsgericht Saarbrücken.

"In beiden Fällen gebe ich die Tat zu", sagte der Angeklagte, der mit angeklebtem Bart und Perücke vor Gericht erschienen war. Spätestens 2008 soll er begonnen haben, die Frauen zu filmen, als sie nach der Arbeit duschten. Laut Staatsanwaltschaft hatte er die Kamera in einer Steckdose installiert. Rund 300 Videos von jungen Frauen sollen so entstanden sein. Zwei Auszubildende entdeckten das Gerät schließlich.

"Ich habe diese Frauen beleidigt und hintergangen"

Auf die Frage der Richterin nach dem Grund seines Verhaltens berief sich der Angeklagte auf eine Persönlichkeitsstörung. "Es ist ein zwanghaftes Sammeln pornografischer Daten", sagte der 58-Jährige. "Ich habe diese Frauen beleidigt und hintergangen in einer Form, die sehr schlimm ist." Unter einer "Störung im Sexualbereich" leide er seit seiner Kindheit. Seit zwei Jahren sei er in psychotherapeutischer Behandlung.

Der Mann ist wegen Verletzung der Privatsphäre durch Bildaufnahmen und Besitzes von Kinderpornografie angeklagt. Bislang hatte er nichts zu den Vorwürfen gesagt. Seine Opfer standen ihm das erste Mal seit zwei Jahren wieder gegenüber.

Zwei der Opfer befinden sich in therapeutischer Behandlung. Eine der vier Nebenklägerinnen sagte: "Ich fühle mich bloßgestellt und extremst angegriffen." Auf Antrag des Verteidigers will das Gericht nun ein psychologisches Gutachten über den Angeklagten erstellen lassen. Darin soll es um die Frage gehen, ob er voll schuldfähig ist.

Laut Nebenklägeranwalt Clemens Schug sollen schon 2004 Kameras installiert worden sein. Etwa ein Drittel der insgesamt sogar 437 Fälle sei daher bereits verjährt, da die Frist dafür drei Jahre betrage. Dem Angeklagten drohen nun bis zu fünf Jahre Haft. Der Prozess soll am 13. November fortgesetzt werden.