Nur noch wenige Meter bis Julen (2)

Rettungshelikopter steht bereit! Jetzt beginnt die letzte Phase der Bergung

24. Januar 2019 - 10:44 Uhr

Der Helikopter landete direkt an der Unglücksstelle

Ein Helikopter der spanischen Guardia Civil ist am Mittwochabend auf der Plattform an der Unglücksstelle in Totalan gelandet. Der Heli sei für die letzte Phase der Rettung des vor zehn Tagen verschollenen Julen eingetroffen, berichtet RTL-Reporterin Pia Schrörs unter Berufung auf spanische Quellen. Auch die Familie bestätigte, dass der Helikopter für Julen bereitstehe.

Die rund 300 Helfer sind offenbar ganz nah am zweijährigen Julen dran. Jetzt müssen die eigens für die Rettung angeforderten Mienenarbeiter noch das massive Gestein bezwingen, das zwischen ihnen und dem an Asthma leidenden Jungen steht. Das ist aber nicht so einfach. Die Arbeiter müssen sich nämlich in einem Tunnel in 70 bis 80 Meter Tiefe unter anderem mit kleinen Sprengkörpern der Guardia Civil vorkämpfen. 

Bei der Befestigung und Stabilisierung des 80 Meter tiefen Rettungsschachts kam es allerdings wiederholt zu Problemen. Zuletzt sollte erneut gebohrt werden, weil die Rohre, die den Schacht auskleiden und durch die die Minenarbeiter in die Tiefe absteigen sollen, nicht gepasst haben. Deshalb sollte der Tunnel auf den letzten zehn Metern den Rohren angepasst werden.

Wie RTL-Reporterin Schrörs nun berichtet, entschieden sich die Experten doch anders. Mithilfe von Schweiß-Experten wurden jetzt die Rohre dem Tunnel angepasst, der am Mittwochabend erfolgsreich ausgekleidet wurde.

Helfer müssen unter extremen Bedingungen arbeiten

Laut Experten ist das eine Hercules-Aufgabe. Denn dafür müssen die Rohre längs aufgeschnitten, ein Teil des Umfangs herausgenommen und dann wieder zusammengeschweißt werden. Das sei eine große Kunst bei so großen Rohren, so der Experte. Schließlich dürfe der Fahrstuhl, durch den die Minenarbeiter herunterfahren müssen, nicht klemmen.

Nach der Auskleidung des Rettungslochs mit Metallrohren sollen die Mienenarbeiter mittels einer speziellen, an einem Kran befestigten Kapsel in den Parallelschacht herabgelassen werden. Von dessen Grund aus sollten sie mit Spitzhacken und Presslufthämmern einen vier Meter langen horizontalen Tunnel graben, um zu dem Kind vorzustoßen. Die Männer müssten dabei unter Extrembedingungen arbeiten, da es in dieser Tiefe nicht nur an Platz, sondern auch an Licht und Sauerstoff mangelt.

Zuletzt hagelte es viel Kritik am Vorgehen der Rettungskräfte. Dabei wurde den Experten unter anderem eine falsche Planung vorgeworfen.