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Rettungsdienste in Deutschland vor dem Kollaps? Gewerkschaft schickt Brandbrief an Jens Spahn

Deutschen Rettungskräften droht der Kollaps!
Deutschen Rettungskräften droht der Kollaps! Gewerkschaften mit Brandbrief an Jens Spahn 02:18

Gewerkschaft warnt: Notdienste oftmals überlastet

Im äußersten Notfall auf die Hilfe von Rettungssanitätern zählen können? Leider ist das in Deutschland keine Selbstverständlichkeit mehr. Denn unsere Notdienste stehen vor dem "organisatorischen Kollaps", wie es in einem Brandbrief der Deutschen Feuerwehr-Gewerkschaft an Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) heißt. Schuld seien vor allem die zahlreichen Bagatelleinsätze. Das berichten Einsatzkräfte bei uns im Video.

Einsätze wegen Prellungen und Trunkenheit

ARCHIV - 18.05.2018, Berlin: Jens Spahn (CDU), Bundesgesundheitsminister, spricht im Bundestag bei den Haushaltsberatungen. (zu dpa "Spahn: Jeder sollte Entscheidung zu Organspende treffen" am 28.05.2018) Foto: Michael Kappeler/dpa +++ dpa-Bildfunk +
Gesundheitsminister Spahn hat auf den Brandbrief geantwortet und auf den Koalitionsvertrag verwiesen. © dpa, Michael Kappeler, mkx jbu pil

"Es geht tatsächlich vom eingerissenen Fingernagel, über den Patienten der sich den Zeh am Tisch gestoßen hat, bis hin zum betrunkenen Jugendlichen, der sich nicht mehr ertüchtigt fühlt, ins Taxi zu steigen", ärgert sich Notfallsanitäter Konrad Franz. Mit dieser Meinung ist er nicht alleine, genau deshalb hat sich die Deutsche Feuerwehr-Gewerkschaft schon im April an Gesundheitsminister Spahn gewandt. In einem Brandbrief, der dem ARD-Magazin ""Report Mainz" exklusiv vorliegt, wird vor der Überlastung der Rettungsdienste gewarnt.

"Die Politik und der Gesetzgeber müssten eine klare Ansage machen, was passiert, wenn der Rettungsdienst missbraucht wird", sagt etwa Daniel Dahlke, von der Deutschen Feuerwehr-Gewerkschaft. Viele Menschen würden Rettungssanitäter für zum Teil überflüssige Einsätze anrufen. Dies könne "fatale Folgen für lebensbedrohlich verletzte oder erkrankte Patienten" haben, heißt es in dem Brief an den Gesundheitsminister. Der verweist in einer schriftlichen Stellungnahme auf den Koalitionsvertrag. Darin seien Verbesserungen der Notfallversorgung vereinbart. Allerdings wäre für eine Reform die Zustimmung der Bundesländer zwingend erforderlich.

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