Rettung nach elf Tagen?

Interview mit Dr. Specht: So realistisch sind die Überlebenschancen von Julen (2)

24. Januar 2019 - 20:16 Uhr

Arbeiter versuchen, sich durchzugraben

Wann schaffen die Arbeiter endlich den Durchbruch in den Schacht, in dem Julen feststeckt? Mittlerweile sind elf Tage vergangen seit der Zweijährige in das über 100 Meter tiefe Bohrloch gefallen ist. Die Retter versuchen nun, zu ihm vorzustoßen. Aber wie wahrscheinlich ist es überhaupt, dass der Junge noch lebt?

Dass Julen noch lebt, ist extrem unwahrscheinlich

Julen-Retter hoffen auf ein Wunder
Julen steckt seit Tagen in einem tiefen Schacht in der Nähe von Málaga fest.
© REUTERS, JON NAZCA, JN/BSP

"Wenn er Glück gehabt hat, ist er sehr schnell gestorben", erklärte Dr. Christoph Specht im RTL-Interview. Selbst wenn das Kind den Sturz überlebt hat und die Bedingungen am Grund des Schachtes optimal waren, hält der Arzt es für extrem unwahrscheinlich, dass das Kind noch am Leben ist. Warum, erklärt er im Video.

Inzwischen hat die entscheidende Phase der Rettung begonnen. Acht erfahrene Minenarbeiter sollen nun einen Verbindungstunnel graben, der den Rettungsschacht mit dem verbindet, in dem Julen verschüttet wurde. Laut RTL-Reporterin Pia Schrörs sind die Arbeiter inzwischen auch unter der Erde und konnten mit den Grabungen beginnen. Doch selbst für sie sind die Bedingungen unten im Schacht so extrem, dass sie in Zweierteams jeweils nur eine halbe Stunde dort unten arbeiten sollen. Dann werden sie vom nächsten Zweierteam abgelöst.

"Ich bin mir sicher, dass wir von hier nicht ohne Julen weggehen werden"

Rettungsarbeiten in Totalán
Die ersten Minenarbeiter wurden in den Rettungsschacht hinunter gelassen.
© REUTERS, JON NAZCA, JN/MMA

Julen wird in einer Tiefe von 70 bis 80 Metern vermutet. Ein Lebenszeichen von ihm gab es aber nicht. Die Retter fanden bisher lediglich Haare und eine Tüte mit Süßigkeiten, die das Kind bei sich hatte. "Ich bin mir sicher, dass wir von hier nicht ohne Julen weggehen werden", sagte María Gámez, Vizedelegierte der Madrider Zentralregierung in Andalusien. Alle Helfer hoffen weiterhin auf ein Wunder.