Die Zeit läuft den Rettern davon

Rettung des kleinen Julen (2): In diesem Käfig will die Feuerwehr ihn befreien

20. Januar 2019 - 21:34 Uhr

Feuerwehr ließ Rettungskabine bauen

Schon eine Woche gibt es kein Lebenszeichen mehr vom vermissten Julen, der im südspanischen Totalan (Malaga) in einen 110 Meter tiefen Schacht fiel. Auch wenn die Rettungsaktion in vollem Gange ist, geht es derzeit nur langsam voran: Die Bohrung eines parallelen Rettungsschachtes verzögert sich wegen harten Gesteins. Nun veröffentlichte die lokale Feuerwehr ein Foto des eigens angefertigten "Fahrstuhls", mit dem der Junge befreit werden soll. Nach bisherigem Stand wird er jedoch erst am Montag zum Einsatz kommen.

Abstieg ist "kompliziert und gefährlich"

Mit jeder Minute werden die Überlebenschancen des Zweijährigen geringer. Dennoch bereiten sich die Rettungskräfte vor Ort genau auf den Moment vor, in dem der Rettungsschacht tief genug ist, dass sie in die Erde hinabsteigen können um eine horizontale Verbindung zum Schacht herzustellen, in dem der Junge sich befinden soll. Dafür müssen sie sich in 70 bis 80 Meter Tiefe begeben, denn dort wird der Junge vermutet.

Um die Rettungsaktion für alle Beteiligten so sicher wie möglich zu machen, hat die Feuerwehr eigens einen Metallkäfig schmieden lassen, in dem die Retter in die Tiefe hinuntergelassen werden können. Der eiserne "Fahrstuhl" hat einen Durchmesser von 1,05 Metern und eine Höhe von 2,5 Metern. In ihm finden bis zu drei Personen Platz.

Entworfen wurde der Käfig von Julián Moreno, dem technischen Leiter der Feuerwehr Malaga. Er ist mit speziellen Luftkanälen und einer Kammer ausgerüstet, die mit bis zu 500 Kilogramm Erde befüllt werden kann, um sie aus dem Schacht zu bringen. Vor allem soll der Käfig dafür sorgen, dass die Rettungskräfte bei der Aktion ausreichend geschützt sind, denn der Abstieg in die Tiefe sei "kompliziert und gefährlich", teilte Moreno der Nachrichtenagentur Europa Press mit. Mithilfe einer Skizze Morenos baute ein Schmied aus Alhaurín de la Torre den Käfig in den vergangenen Tagen.

Bohrarbeiten werden sich noch bis Dienstag ziehen

Derweil zeichnet sich ab, dass die Kabine erst am Montag in die Tiefe fahren können wird. Wie der Sprecher der Helfer, Ángel García Vidal, bei einer Presskonferenz am Sonntag mitteilte, waren am Abend 45 der insgesamt 60 Meter geschafft. Der Junge wird zwar in 80 Metern Tiefe vermutet, durch die Aufstellung einer Plattform zur Stabilisierung der Hauptbohrmaschine waren die Helfer jedoch schon vorher 20 Meter tief vorgedrungen. Erst wenn der 1,5 Meter breite Rettungsschacht fertiggestellt ist, kann mit der Bohrung eines horizontalen Verbindungsschachtes begonnen werden. Dies würde bis zu 24 weitere Stunden dauern, so García Vidal. Da erwartet wird, dass die Bohrung des Rettungsschachtes bis in die frühen Morgenstunden andauert, wird die Stelle, an der der Junge vermutet wird, voraussichtlich nicht vor Dienstag erreicht.