NBA-Coach wegen sexueller Gewalt angeklagt

Reporterin: "Ich dachte, er wird mich gleich vergewaltigen"

24. April 2019 - 14:59 Uhr

Ehemalige Sportreporterin äußert sich

Es sind schwere Vorwürfe gegen NBA-Coach Luke Walton: Die ehemalige Sportreporterin Kelli Tennant hat den bisherigen Trainer der Los Angeles Lakers angezeigt. Er soll sie sexuell belästigt haben. In einer Pressekonferenz hat sich die Journalistin jetzt zum ersten Mal persönlich geäußert. Was genau passiert sein soll, erzählt die 31-Jährige im Video.

"Ich hatte einfach nur Angst"

Der Übergriff soll sich bereits vor fünf Jahren ereignet haben, als Walton noch Co-Trainer bei den Golden State Warriors war. "Ich verstehe, dass sich viele fragen, wieso ich heute erst darüber spreche. Aber ich hatte Angst", erklärte die 31-Jährige. "Wenn Dich jemand angreift und Du denkst, Du wirst gleich vergewaltigt, dann ist es beängstigend, darüber zu sprechen."

Außerdem habe sie sich Sorgen um ihre Karriere gemacht. "Ich war damals 25 und war eine junge Frau, die gerade einmal ein Jahr als Reporterin gearbeitet hatte. Ich habe so hart gearbeitet und war einfach so dankbar, dass ich endlich an diesem Punkt meiner Karriere war. Genau deshalb hatte ich Angst, dass das alles meine Karriere gefährdet, wenn ich über den Vorfall spreche." 

Tennant habe lange versucht, den Vorfall zu vergessen. "Ich hatte gehofft, das einfach verdrängen zu können und zu begraben und dass die Zeit alle Wunden heilt. Aber das ist nie passiert."

Walton bestreitet Vorwürfe

Walton selbst bestreitet alle Vorwürfe, sein Anwalt Mark Baute nennt die Anschuldigungen "haltlos". Sie seien nicht glaubhaft. "Genau das wollen wir auch vor Gericht beweisen", so Baute.

Tennant selbst sagt, sie wolle einfach nur Gerechtigkeit. Als Sportreporterin arbeitet sie übrigens nicht mehr. Wie sie selbst sagt, vor allem, weil sie der NBA-Coach immer wieder bedroht habe. Heute hat die 31-Jährige einen eigenen Wellness-Podcast.