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Reparationen: Griechischer Minister will deutsches Eigentum pfänden

Reparationen: Griechischer Minister will deutsches Eigentum pfänden

Erlaubnis zur Pfändung deutscher Immobilien in Griechenland wird "beabsichtigt"

Der Streit um Reparationsforderungen Athens an Berlin spitzt sich zu: Der griechische Justizminister Nikos Paraskevopoulos erklärte sich bereit, die Pfändung deutscher Immobilien in Griechenland zu erlauben, sollte es zwischen Athen und Berlin zu keiner Einigung über die griechischen Reparationsforderungen aus dem Zweiten Weltkrieg kommen.

Reparationen: Griechischer Minister will deutsches Eigentum pfänden
Das griechische Parlament debattiert über Reparationsforderungen aus dem Zweiten Weltkrieg an Deutschland.
dpa, Alexandros Beltes

"Ich beabsichtige die Erlaubnis zu geben", sagte er im griechischen Fernsehen. Die endgültige Entscheidung werde jedoch die Regierung unter Alexis Tsipras treffen, hieß es. Der griechische Premier erinnerte im Rahmen einer Parlamentsdebatte daran, dass Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg "zurecht" mit einem Schuldenschnitt geholfen wurde, wieder auf eigenen Beinen stehen zu können. Seitdem sperrten sich die deutschen Regierungen mit "juristischen Tricks", um nicht mit Athen über Reparationen zu reden, sagte er.

Zu den Reparationsforderungen gibt es bereits eine erste griechische Studie. Diese liegt bereits seit Anfang März 2013 vor und wird als streng geheim eingestuft. Die Athener Zeitung 'To Vima' hatte die Studie jedoch am vergangenen Sonntag veröffentlicht. Die Gesamtforderungen werden darin in einer Höhe zwischen 269 und 332 Milliarden Euro beziffert. Die Bundesregierung sieht die Entschädigungsfrage dagegen als erledigt an.