Rentnerdemo mit Rollator: Man ist nie zu alt, um ein Rebell zu sein!

© dpa, Wolfgang Kumm

25. August 2015 - 13:40 Uhr

“Jetzt gehen wir auf die Barrikaden“

Der Vermieter des Gebäudes am Hansa-Ufer 5 in Berlin will die Wohnungen sanieren, doch die Bewohnerinnen kämpfen dagegen: Denn ansonsten könnten sich die meisten ihre Unterkunft nicht mehr leisten. Viele Bewohner sind Trümmerfrauen mit einer kleinen Rente.

Jetzt sollen sie Platz machen für neue Mieter, die mehr Geld zahlen können. Nach der Sanierung steigen die Mieten drastisch: "Ich bezahle jetzt 560 Euro und nach der Mieterhöhung soll ich 720 Euro zahlen. Da sind wir auf die Barrikaden gegangen", erklärt die 84-jährige Christa Kaes.

Das Haus ist attraktiv gelegen, im Zentrum mit Blick auf die Spree. Um hier wohnen zu bleiben, lassen die Seniorinnen nichts unversucht und organisieren sogar eine Großdemonstration vor dem Haus des Investors. Dabei können sie auch ihre Rollatoren nicht aufhalten. Ralf Spann, der Akelius Investor, erklärt: "Wir als langfristiges Wohnungsunternehmen wollen das Haus in einem technisch und optisch in einem einwandfreien Zustand haben. Für die jetzigen und zukünftigen Mieter."

Die Senioren wollen sich aber nicht geschlagen geben, deshalb haben sie inzwischen eine Online-Petition ins Leben gerufen. Bereits mehr als 100.000 Menschen haben diese unterschrieben. Unterstützung holen sie sich auch von ganz oben und laden Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) zum Gespräch ein. "Ich kann das gut nachvollziehen, dass ältere Menschen nicht mehr aus ihrer Wohnung rauswollen. Das interessiert mich und deshalb bin ich her gekommen um zuzuhören und ein b

isschen mitzuhelfen, damit die Situation in Bewegung kommt", erklärt er.

Und es scheint zu helfen, denn der Investor hat die Sanierung erst einmal verschoben. Merke: Auch mit 80 oder 90 Jahren sollte man nie aufhören zu kämpfen!