24. März 2017 - 16:17 Uhr

In Schutt und Asche: Rentner-Ehepaar verliert Haus

Deutsch-Unterricht, Wäsche waschen, Bastelarbeiten. Seit vier Jahren helfen Heinz und Gisela Wemme Flüchtlingen im benachbarten Plattenbau. Jetzt ist das Rentner-Paar auf einmal selbst auf Hilfe angewiesen: Ihr Häuschen ist abgebrannt.

Eine Hand wäscht die andere: Nachbars-Flüchtlinge helfen beim Wiederaufbau

Über Jahrzehnte haben Heinz und Gisela Wemme ihr Haus mit viel Liebe aufgebaut und immer wieder verschönert. Seit vergangener Woche stehen sie vor einem Trümmerhaufen. Heinz Wemme kann sich noch ganz genau erinnern: "Ich habe auf dem Dach oben Dachpappe geklebt, also mit einem Brenner. Eine Bahn hatte ich drauf und ich wollte die andere noch fertig machen." Plötzlich hörte er hinter sich nur Schreie: "Da! Bei dir brennt's hinten, in der Ecke."

Der junge Mann, der die Rentner warnt, wohnt im Plattenbau nebenan. Er ist Asylbewerber und kennt die Wemmes gut. Denn die deutschen Rentner helfen ihm und seinen Freunden immer wieder. "Mein Mann ist Zimmermann, der macht alles. Da ging das zwei Jahre lang. Da kamen die immer: Fahrrad, pump mal das Fahrrad auf, mach mal das, bau mal einen Kinderwagen. Und da hatten wir immer Kontakt. Von Anfang an, seit die da sind", erzählt Gisela Wemme.

Es hat sich eine Freundschaft entwickelt. Und jetzt greifen die Flüchtlinge den Wemmes unter die Arme. "Der Mann hat uns mehr als einmal geholfen. Und jetzt können wir etwas zurückgeben", so Dyaa Kossoma aus Syrien.

"Wir sind eine Familie"

​Das Haus ist nicht mehr bewohnbar. Für den 20-jährigen Syrier Dyaa und seine Freunde ist sofort klar: Wir helfen! Und so kommen die Nachbarsjungen zu dem Haus, in dem sie immer eine helfende Hand gereicht bekamen und packen bei den Aufräumarbeiten mit an. "Wir sind eine Familie", betont Dyaa - und die hält zusammen: nicht nur, wenn es brennt. Wie es mit der Baustelle voran geht, sehen Sie im Video!