Für viele Arbeitnehmer ein Traum

Rente mit 63 - so geht's ohne Abzüge

Reisen und die Seele baumeln lassen. Viele Arbeitnehmer möchten so früh wie möglich in den Ruhestand.
© weekend images inc (weekend images inc (Photographer) - [None], kate monakhova

22. Mai 2020 - 8:52 Uhr

Finanztest erklärt, wie Arbeitnehmer frühzeitig in Rente gehen können

Keine Termine mehr und am Besten noch die ganze Welt bereisen. Davon träumen viele Arbeitnehmer, wenn Sie endlich in Rente sind. Je eher, desto besser. Am Liebsten mit 63, doch geht das ohne Abzüge bei der Rentenzahlung? Finanztest erklärt, welche Varianten es gibt und wie Sie – inklusive Steuern und Sozial­abgaben – finanziell am besten dastehen.

45 Versicherungsjahre sind nicht der Maßstab

Vor dem Erreichen des 63. Lebensjahres ist keine Altersrente zu haben. Denn dies ist der früheste Zeitpunkt, aus dem Berufsleben auszusteigen und auch die gesetzliche Rente zu kassieren, berichtet Finanztest.

Die Aussage, wer 45 Versicherungsjahre bei der Rentenversicherung nachweisen kann, kann mit 63 Jahren in Rente gehen, ist nicht richtig. Denn auch für diese Personengruppe gilt die stufenweise Erhöhung der Altersgrenze. Wer 1956 geboren ist, erhält mit 63 Jahren und 8 Monaten eine ungekürzte Rente, 1965 Geborene erst mit 65 Jahren. Für noch später Geborene erhöht sich diese Grenze stufen­weise weiter.

Was also kann ich tun, wenn ich mit 63 Jahren raus will aus der Arbeitswelt?

Versicherungsverlauf prüfen

Wer eine Mindestversicherungszeit von 45 Jahren hat, muss nicht zwangsläufig das Erreichen der Regelaltersrente abwarten, um abschlagsfrei in Rente zu gehen. Dieser Personenkreis nennt sich "besonders langjährige Versicherte". Zur Mindestversicherungszeit zählen dabei auch Kindererziehungs- und Pflegezeiten, Zeiten aus Versorgungsausgleich, Arbeitslosigkeit, längerer Krankheit, Schulausbildung oder Studium. Versicherte sind also gut beraten, ihren Versicherungsverlauf genau zu prüfen.

Extra-Zahlungen boomen

Ein Teil der Abschläge, bei früherem Renteneintritt, kann durch freiwillige Beitragszahlungen in die gesetzliche Rentenversicherung ausglichen werden. Allerdings nur für Zeiten, in denen keine Arbeitslosigkeit bestand. Dafür müssen angehende Rentner meist sehr tief in die Tasche greifen. Ein heute 63-Jähriger würde z.B. 342 Euro brutto weniger Rente bekommen als bei seinem regulären Rentenbeginn mit 66 Jahren. Diese Summe ergibt sich aus 36 Monaten weniger Beitragszahlung und einer zusätzlichen Rentenkürzung von 10,8 Prozent. Wer diesen Abschlag mit freiwilligen Beiträgen ausgleichen möchte, müsste 50.227 Euro berappen. Entgeltpunkte, welche durch die verkürzte Arbeitsdauer fehlen, lassen sich aber nicht ausgleichen.

Abgesehen davon kann der Ausgleichsbetrag aber über die Jahre bis zum 63. Lebensjahr gestreckt werden. Solche Teilzahlungen sind nicht nur leichter zu schultern, sondern auch steuerlich sinnvoll. Denn die Beiträge können jedes Jahr ganz oder zumindest teilweise im Rahmen der Altersvorsorgeaufwendungen bei der Steuer abgesetzt werden.

Übrigens können die Ausgleichszahlung auch dann geleistet werden, wenn der Versicherte gar nicht früher in Rente gehen möchte. Denn mit der Zahlung halten sich Versicherte lediglich die Option auf eine abschlagsfreie vorzeitige Rente offen. Wer dann doch bis zum regulären Rentenbeginn arbeiten möchte, kann das natürlich tun. Die Zahlungen gibt's aber nicht in bar zurück, sondern spiegeln sich in Form einer höheren monatlichen Rente wieder.

Nebenbei noch arbeiten

Wer eine Rentenminderung nicht durch Extra-Zahlungen in die Rentenkasse ausgleichen möchte, hat aber auch die Möglichkeit, nebenbei noch etwas zu arbeiten. Wer dies auf Basis eines 450-Euro-Jobs macht, spart sich Steuern und Sozialabgaben auf das Gehalt. Aufpassen müssen Frührentner, wenn sie zu viel verdienen. Denn dann werden 40 Prozent ihres Gehalts auf die Rente angerechnet und diese entsprechend gekürzt. 2020 ist der Hinzuverdienst wegen der Corona-Pandemie jedoch großzügiger geregelt.

GUT ZU WISSEN: Mit wie viel Rente kann ich im Alter rechnen?

Viele Menschen fragen sich: Mit wie viel Rente kann ich im Alter rechnen? Werde ich von Altersarmut bedroht sein? Oder kann ich den Ruhestand wohlverdient genießen? Den meisten erscheint diese Frage unlösbar. Zugegeben, das zu berechnen ist ganz schön kompliziert. Auch wenn man die Rentenformel kennt. Wir zeigen Ihnen hier, wie sie funktioniert!