Rekordniveau der Ökostrom-Umlage für 2016 erwartet

Der Endverbraucher wird 2016 kräftiger zur Kasse gebeten.
Der Endverbraucher wird 2016 kräftiger zur Kasse gebeten.
© dpa, Arno Burgi

15. Oktober 2015 - 15:09 Uhr

Umlage macht etwa ein Viertel des Strompreises aus

Die Ökostrom-Umlage, die alle Stromkunden für die Energiewende bezahlen müssen, steigt im kommenden Jahr auf ein Rekordniveau. Die EEG-Umlage soll von derzeit 6,170 Cent auf 6,354 Cent pro Kilowattstunde angehoben werden. Für einen durchschnittlichen Drei-Personen-Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 3.500 Kilowattstunden Strom bedeutet das rechnerisch netto 6,44 Euro pro Jahr mehr. Mit Mehrwertsteuer wären es rund 7,70 Euro.

Wie sich die Strompreise tatsächlich entwickeln, hängt von mehreren Faktoren ab. Die Umlage macht etwa ein Viertel aus. Im Vorjahr war sie noch erstmals gesunken.

Gründe für den neuen Höchststand, der an diesem Donnerstag offiziell von den Netzbetreibern bekanntgegeben wird, sind die hohe Stromproduktion aus Wind (an Land und auf See) und aus Photovoltaik-Anlagen - sowie der stark gesunkene Börsenstrompreis.

Experten kritisieren, dass die Stromkonzerne rückläufige Börsenstrompreise nicht im vollen Umfang an ihre Kunden weiterreichen. Insgesamt dürfte die Energiewende absehbar teurer werden. Schon jetzt werden jedes Jahr bis zu 24 Milliarden Euro über die Stromrechnungen von Bürgern und Firmen gewälzt, damit Deutschland bis zum Jahr 2022 aus der Atomkraft aussteigen und den Ökostromanteil von heute 27 Prozent auf 40 bis 45 Prozent im Jahr 2025 ausbauen kann.