Was gilt nun für Reiserückkehrer aus Frankreich?

Reisewarnung für Paris und Teile der französischen Mittelmeerküste

25. August 2020 - 9:38 Uhr

Verbraucher können so kostenlos stornieren

Urlaub an der Côte d'Azur, ein Städtetrip nach Paris: Das war in den vergangenen Wochen trotz Corona kein Problem. Die Lage hat sich aber nun für deutsche Urlauber geändert. Für Rückkehrer gelten nun: Test und Quarantäne. Gesundheitsminister Jens Spahn äußert sich dazu im Video.

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Kein Reiseverbot für Frankreich, soll aber eine abschreckende Wirkung haben

Die Bundesregierung hat wegen der Ansteckungsgefahren eine Reisewarnung für den Großraum Paris sowie weite Teile der französischen Mittelmeerküste ausgesprochen. Die Regionen Île-de-France und Provence-Alpes-Côte d'Azur werden seitdem auf der fortlaufend aktualisierten Liste des bundeseigenen Robert Koch-Institutes (RKI) als Risikogebiete geführt. Solch eine Einstufung erfolgt nach gemeinsamer Entscheidung von Gesundheits-, Außen- und Innenministerium.

  • Zentrales Kriterium für die Einstufung als Risikogebiet ist, in welchen Staaten oder Regionen es in den vergangenen sieben Tagen mehr als 50 Neuinfizierte pro 100.000 Einwohner gegeben hat.
  • Eine Reisewarnung geht weiter. Sie ist zwar kein Reiseverbot, aber eine abschreckende Wirkung ist beabsichtigt.
  • Eine Reisewarnung hat eine positive Seite für Verbraucher: Sie ermöglicht es Pauschalreisenden, Buchungen kostenlos zu stornieren.

Allerdings soll die erst kürzlich eingeführte Testpflicht für Rückkehrer aus Risikogebieten wieder abgeschafft und durch eine neue Regelung ersetzt werden. Entsprechende Vorschläge legten die Gesundheitsminister von Bund und Ländern am Montag nach einer Schaltkonferenz vor.

Welche Regeln für Reiserückkehrer gelten, können Sie hier nachlesen.

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Tourismus-Beauftragter: „Es ist uns auch wichtig, dass das Reisen wieder möglich ist“

Der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung, Thomas Bareiß, hat die Reisewarnungen für Paris und die Côte d'Azur verteidigt: "Das System funktioniert. Wir haben ganz klar gesagt, dass wir nicht mehr Länder schließen wollen, sondern nur noch Regionen beobachten wollen. Wenn regional etwas passiert, wollen wir schnell reagieren", sagte Bareiß in der Sendung "Frühstart" von RTL/ntv. Eine Reisewarnung für ganz Frankreich könne er nicht ausschließen. "Wir haben ein atmendes System", so der CDU-Politiker. Es gebe klare Kriterien. "Wenn fünfzig Neuinfektionen pro hunderttausend Einwohner in sieben Tagen zu erkennen sind, dann muss man reagieren."

Würden die Zahlen unterschritten werden, könne auch wieder "aufgemacht" werden. Der Tourismusbeauftragte betonte: "Es ist uns auch wichtig, dass das Reisen wieder möglich ist." Mit Blick auf eine mögliche Aufhebung der Reisewarnung für Mallorca zeigte sich Bareiß optimistisch: "Die Zahlen gehen wieder zurück. Das heißt, wenn wir in den nächsten Tag vielleicht auch vom RKI das grüne Licht bekommen, damit dann das Reisen auf Mallorca auch wieder möglich ist."

In Paris wurde die Maskenpflicht massiv ausgeweitet

Im Großraum Paris und in der Region Provence-Alpes-Côte d'Azur, in der auch in die Hafenstadt Marseille liegt, hatte sich die Lage in der vergangen Wochen bereits verschärft. Die französische Regierung hatte Paris und das Département Bouches-du-Rhône am Mittelmeer als Zonen eingestuft, in denen das Virus aktiv zirkuliert. Das bedeutet, dass die regionalen Behörden dort das öffentliche Leben einschränken können - theoretisch etwa durch das Schließen von Restaurants oder Märkten oder die Einschränkung der Bewegungsfreiheit.

In Paris zum Beispiel wurde die Maskenpflicht infolge der Einstufung massiv ausgeweitet - sie gilt nun auch unter freiem Himmel fast in der ganzen Stadt. In Paris ist die Zahl der Neuinfizierten pro 100.000 Einwohner seit Anfang August wieder weit über 50 gestiegen. Blickt man aber zum Beispiel auf die Auslastung der Intensivbetten, ist die Stadt bisher im grünen Bereich.

Frankreich wurde von der Corona-Pandemie besonders schwer getroffen - mehr als 30.500 Menschen sind bisher gestorben. Den Expertinnen und Experten macht derzeit vor allem Sorge, dass sich besonders viele junge Menschen mit dem Virus infizieren - aber keine oder kaum Symptome haben. Diese könnten dann wiederum ältere Menschen anstecken.

Und wo können Sie noch gut und sicher Urlaub machen? Auf dieser interaktiven Karte können Sie das nachsehen.

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