Weltweite Reisewarnung des Auswärtigen Amts bis Mitte Juni

Reisehinweis und Reisewarnung: Wo liegt eigentlich der Unterschied?

Impression vom menschenleeren Köln Bonn Airport,: Wegen der geltenden Reisewarnung fallen die meisten Flüge aus.
© imago images/Future Image, Christoph Hardt via www.imago-images.de, www.imago-images.de

19. Mai 2020 - 15:41 Uhr

Was unterscheidet die Reisewarnung vom Reisehinweis?

Nachdem der Tourismus wegen der Corona-Pandemie auf der ganzen Welt weitestgehend zum Stillstand kam, öffnen einige Länder ihre Grenzen wieder für Urlauber. Bis einschließlich 14. Juni gilt weltweit allerdings noch eine Reisewarnung. Das Auswärtige Amt kündigte jedoch an, diese entschärfen und in Reisehinweise umwandeln zu wollen. Aber was ist eigentlich der Unterschied zwischen diese beiden Warnstufen?

+++ Alle aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus finden Sie in unserem Live-Ticker auf RTL.de +++

Hinweise des Auswärtigen Amts bilden wichtige Richtlinien

Für Reisende und Reiseveranstalter sind die Reise- und Sicherheitshinweise, die vom Auswärtigen Amt kommen, eine wichtige Richtlinie. In diesen warnt das Amt vor Krisenherden weltweit und gibt für jedes Land Reise- und Sicherheitshinweise, die ständig aktualisiert werden. Die Einschätzungen des Auswärtigen Amts zu etwaigen Gefahren in den Reiseländern bilden dabei auch eine Vorgabe für Stornierungsbedingungen und gesetzliche Ansprüche etwa bei Pauschalreisen, die Verbraucher im Zweifel geltend machen können.

Reisewarnung soll zu Reisehinweisen hinabgestuft werden

Ab dem 15. Juni soll die strikte weltweite Reisewarnung in Reisehinweise umgewandelt werden. Die Reisehinweise, die das Auswärtige Amt gibt, umfassen dabei eine allgemeine Informationsstufe: Reisende werden mit ihnen über wichtige Besonderheiten eines Landes informiert. Mit den Reisehinweisen erfahren sie etwa, welche Einreisebestimmungen und Zollvorschriften gelten oder welche medizinischen Hinweise und strafrechtlichen Vorschriften es im Land gibt.

Reisehinweise haben keinen Einfluss auf die Reisebedingungen der Tourismusindustrie, sie sind rein informativ. Durch sie haben Urlauber in der Regel keinen Anspruch auf kostenfreie Stornierung einer Reise.

Sicherheitshinweise informieren über aktuelle Risiken

Neben Reisehinweisen gibt das Auswärtige Amt auch Sicherheitshinweise. Mit diesen informiert es Reisende über aktuelle Risiken in einem Land. Je nach Einschätzung der Sicherheitslage empfiehlt das Auswärtige Amt, Reisen entweder einzuschränken oder ganz auf sie zu verzichten. Sicherheitshinweise sind rechtlich allerdings nicht bindend und wirken sich daher noch nicht direkt auf die Stornierungsbedingungen von Urlaubsreisen aus.

Reisewarnung ist höchste Warnstufe des Auswärtigen Amts

Anders sieht es mit der Reisewarnung aus, die die höchste Warnstufe des Auswärtigen Amts darstellt. Reisewarnungen gibt das Amt nur heraus, wenn es davon ausgeht, dass mit der Reise eine konkrete Gefahr für Gesundheit und Leben einhergeht. Das Auswärtige Amt hat am 17. März dieses Jahres wegen der Corona-Pandemie zum ersten Mal überhaupt eine weltweite Reisewarnung für sämtliche "nicht notwendigen, touristischen Reisen ins Ausland" ausgesprochen.

Diese Reisewarnung lautet wie folgt: "Vor nicht notwendigen, touristischen Reisen in das Ausland wird derzeit gewarnt, da weiterhin mit starken drastischen Einschränkungen im internationalen Luft- und Reiseverkehr, weltweiten Einreisebeschränkungen, Quarantänemaßnahmen und der Einschränkung des öffentlichen Lebens in vielen Ländern zu rechnen ist. Dies gilt bis auf weiteres fort, vorerst bis einschließlich 14. Juni 2020. Noch im Ausland befindliche Touristen sollten zurückreisen, solange es noch Reisemöglichkeiten gibt."

Eine Reisewarnung ist jedoch kein Reiseverbot, sondern lediglich eine Empfehlung. Auch bei einer geltenden Reisewarnung sind Reisen in andere Länder, die ihre Grenzen bereits geöffnet haben, möglich und erlaubt.

Kostenfreie Stornierung bei Reisewarnung möglich

Bei einer offiziellen Reisewarnung des Auswärtigen Amts können Verbraucher ihre gebuchte Pauschalreise kostenfrei stornieren. Reiseveranstalter sind daran rechtlich gebunden. Dies gilt auch bei sogenannter "höherer Gewalt", etwa durch Naturkatastrophen oder gewalttätigen Unruhen. Sowohl Reiseveranstalter als auch Reisende können den Vertrag nach dieser Vorschrift kündigen.

Für Urlauber, die individuell gebucht haben, gilt das Pauschalreiserecht hier nicht. Eine geltende Reisewarnung ist jedoch ein starkes Indiz dafür, dass beispielsweise gebuchte Flüge nicht stattfinden können. Storniert die Airline den Flug von sich aus, muss sie das Geld für die Tickets zurückzahlen.

Im Video: Alles, was Sie zum Coronavirus wissen müssen

TVNOW-Doku: Was wir aus der Krise lernen

Welche Lehren können wir aus der bisher größten Krise der Nachkriegszeit ziehen? Wir haben mit Experten gesprochen. War der Staat zu inkonsequent? Wurden die Schulen zu schnell geschlossen? Was tun gegen das Hamsterchaos? Und was ist der tatsächliche Grund, dass tausende Urlauber auf der ganzen Welt gestrandet sind?  Sehen Sie hierzu die TVNOW-Doku: "Was wir aus der Krise lernen".