Reiseapotheke in Corona-Zeiten

Diese Medikamente sollten im Urlaub dabei sein!

Eine gut sortierte Reiseapotheke ist wichtig - gerade, wenn Sie mit Kindern verreisen.
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18. Juli 2020 - 9:09 Uhr

Medizin auf Reisen - es gibt eine Grundausstattung, die Experten empfehlen

Nach den langanhaltenden Beschränkungen und Schutzmaßnahmen wird das Reisen nun nach und nach wieder möglich. Beim Verreisen muss allerdings einiges beachtet werden. Und wie sieht es mit der Reiseapotheke aus? Ein paar Medikamente und Medizin-Produkte sollten Sie unbedingt mitnehmen. Was genau, das hängt natürlich auch davon ab, wohin die Reise geht und mit wem Sie in den Urlaub fahren. Welche Basis-Ausstattung immer dabei sein sollte und was Sie beim Reisen in Zeiten von Corona auf jeden Fall einpacken sollten, verraten wir hier.

Mund-Nasen-Schutz und Desinfektionsmittel in Corona-Zeiten

Das Reisen innerhalb von Deutschland und auch innerhalb Europas wird langsam wieder möglich. Wer in Corona-Zeiten auf Reisen gehen will, sollte seine Reiseapotheke* 🛒 entsprechend ergänzen. Unabdingbar ist eine ausreichende Menge an Mund-Nase-Bedeckungen, wie sie auch im Corona-Alltag verpflichtend sind. Wer eine Stoffmaske aus Baumwolle besitzt, sollte außerdem vorher checken, ob es am Zielort die Möglichkeit gibt, diese zu waschen, da die Alltagsmasken einer regelmäßigen Reinigung bedürfen.

Auch Desinfektionsmittel für unterwegs sollte beim Reisen in Corona-Zeiten in keiner Reisetasche fehlen und am besten immer griffbereit sein. Für Urlauber empfiehlt es sich außerdem, zusätzlich ein Fieberthermometer einzupacken, um schnell feststellen zu können, ob man selbst oder ein Mitreisender eventuell Symptome für das Coronavirus aufweist.

In welchen Ländern die Ansteckungsgefahr im Urlaub am geringsten ist, verrät RTL-Reiseexperte Ralf Benkö hier.

Reiseapotheke: Auch innerhalb Deutschlands sinnvoll

Darüber hinaus lohnt sich bei jeder Reise eine gut bestückte Reiseapotheke – auch wenn Sie in Deutschland bleiben. Zwar gibt es hier ein gut ausgebautes Apotheken-Netz, im Ernstfall ist es jedoch immer gut, sofort entsprechende Arzneimittel zur Hand zur haben.

"Wenn die ganze Familie verreist und Kinder dabei sind, sollten Sie auf jeden Fall Desinfektionsspray mitnehmen", erklärt Apotheker Holger Seyfahrt. Wichtig ist auch eine Pflasterbox* 🛒 mit verschiedenen Pflaster-Größen, eventuell auch eine Bandage und eine desinfizierende Jodsalbe, um bei Schrammen oder kleinen Verletzungen Erste Hilfe leisten zu können.

Medikamente: Was auf jeden Fall in die Reiseapotheke gehört

Verbandszeug für die Reiseapotheke nicht vergessen
Ganz wichtig für die Reiseapotheke: Verbandszeug.
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Generell gilt für längere Reisen, ob innerhalb oder außerhalb Deutschlands: Die Reiseapotheke sollte alle Medikamente, Verbände etc. enthalten, die auch in der Hausapotheke daheim zu finden sind. Menschen mit chronischen Krankheiten sollten ihre Reise mit dem Arzt besprechen. Genau wie das Thema Schutzimpfungen (am besten schon sechs bis sieben Wochen vor der Abreise).

Das sollte in der Reiseapotheke auf jeden Fall dabei sein:

Gegen Schmerzen und Fieber: Fieberthermometer nicht vergessen! Wir haben die besten Fieberthermometer für Sie getestet. Zudem sind Medikamente gegen Fieber und leichte bis mittlere Schmerzen wichtig zur Erstbehandlung von Fieber, Kopf-, Zahn- und Gliederschmerzen, beispielsweise bei Erkältungen. Am besten eignet sich Paracetamol. Aber nicht länger als drei Tage ohne ärztliche Verordnung einnehmen. Eine Überdosierung kann Leber- und Nierenschäden verursachen.

Vorsicht vor Aspirin! Das an und für sich nützliche Medikament sollte in den Tropen nicht eingesetzt werden, da es blutverdünnend ist und manche Tropenkrankheiten verschlimmern kann.

Gegen Durchfall: Starker Flüssigkeitsverlust ist die größte Gefahr bei Durchfall. Elektrolyt-Pulver gibt dem Körper Wasser und Salze zurück. Loperamid stoppt Durchfall sofort. Es ist jedoch nur kurzfristig einzusetzen, um starkem Wassermangel vorzubeugen. Vomex oder Iberogast helfen bei Übelkeit.

Gegen Reisekrankheit: Damit Ihnen im schwankenden Bus oder auf dem Schiff nicht flau wird, packen Sie auch Reisetabletten ein. Diese werden am besten vor Antritt der Reise eingenommen. Bei plötzlicher Übelkeit helfen schnell wirksame Kaugummi-Präparate. Doch Vorsicht: Viele der Wirkstoffe machen müde.

Die Reiseapotheke kann unangenehme Situationen im Urlaub verhindern

Gegen Husten und Schnupfen: Ein Nasenspray und Tabletten helfen bei Erkältung. Nasensprays sind auch praktisch, um bei Flugreisen Ohrenschmerzen zu verhindern. Eine freie Nase verbessert nämlich den Druckausgleich.

Gegen Halsschmerzen: Bei Halsentzündungen können Medikamente mit desinfizierender Wirkung Linderung bringen. Oft ist in diesen Medikamenten noch zusätzlich ein schmerzstillender Wirkstoff enthalten.

Gegen Insektenstiche oder -bisse: Zur Vorbeugung sind Insekten abweisende Mittel, sogenannte "Repellents" ratsam. Diese können bei ferneren Reisen prima auch im Urlaubsland gekauft werden, denn dort sind sie nicht nur billiger, sondern wirken gegen die einheimischen Insekten oft besser als deutsche Lotionen.

Bisse oder Stiche von Insekten können lästigen Juckreiz hervorrufen. Zur Auswahl stehen Mittel zum Einnehmen, zum Einreiben oder auch Sprays, die den Juckreiz lindern. Um eine Zecke schnell entfernen zu können, sollten Sie eine Pinzette oder Zeckenkarte* dabei haben.

Ein Hinweis für den Urlaub in den Tropen, den Sie sich für die Zukunft vormerken können: Dort sollten Sie nachts unter einem Moskitonetz schlafen. Es garantiert ungestörte Ruhe und schützt vor Infektionen wie Malaria und Dengue-Fieber. Auch Netze können Sie günstig vor Ort kaufen.

Lange Reisen: Diese Medikamente sind nützlich beim Flug

Lange Reisen sind in Corona-Zeiten weitestgehend noch nicht wieder möglich bzw. empfehlenswert. Sollten Sie nach der Krise allerdings wieder eine längere Reise planen, sollten Sie im Kopf behalten: Lange Reisen, besonders mit dem Flugzeug, haben es in sich! Zwei Kleinigkeiten im Handgepäck machen die Strapazen erträglicher:

Solespray: Packen Sie für die nächste Flugreise eine kleine Sprühflasche mit Salzsole oder ein Meerwasser-Nasenspray* 🛒 ins Handgepäck (der berühmte verschließbare Plastikbeutel). In den Fliegern ist die Luft trockener als in der Wüste. Darunter leidet die Nasenschleimhaut und Sie können sich während des Fluges sehr leicht eine Erkältung zuziehen. Regelmäßiges Sprühen in die Nase hilft, Infektionen zu vermeiden.

Rescue-Tropfen: Drei Tropfen helfen bei Erschöpfung, Stress und Schock. Die Alternativ-Medizin ist frei von Nebenwirkungen und in jeder Apotheke zu bekommen.

Wichtiger Hinweis: Lassen Sie sich von Ihrem Arzt oder Apotheker beraten, welche Medikamente für Sie die richtigen sind. Wenn Sie wegen einer chronischen Erkrankung regelmäßig Medikamente einnehmen müssen, erfragen Sie unbedingt, ob es mögliche Wechselwirkungen mit den Mitteln aus Ihrer Reiseapotheke gibt.

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