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Reinhard Grindel tritt von allen Ämtern zurück

Keine Zukunft bei UEFA und FIFA

Reinhard Grindel tritt von allen Ämtern zurück

ARCHIV - 02.04.2019, Hessen, Frankfurt/Main: Der Präsident des Deutschen Fußballbundes (DFB), Reinhard Grindel, gibt in der Zentrale des Verbandes seinen sofortigen Rücktritt bekannt. Grindel droht wegen der beim Zoll nicht deklarierten Einfuhr einer
Reinhard Grindel
fdt, dpa, Boris Roessler

Kein Funktionär mehr

Reinhard Grindel schmeißt hin: Der ehemalige DFB-Präsident ist auch von seinen internationalen Ämtern bei den Verbänden UEFA und FIFA zurückgetreten. Er werde seine Posten als Vize-Präsident der Europäischen Fußball-Union und im Council des Weltverbands abgeben, teilte der frühere Chef des Deutschen Fußball-Bundes mit.

"Ruf der UEFA schützen"

Grindel hatte sich bereits vor acht Tagen nach einer Serie von Fehltritten als DFB-Präsident zurückgezogen. Er übernehme "die Verantwortung auf nationaler und internationaler Ebene", erklärte er nun. "Es geht mir vor allem darum, den guten Ruf der UEFA zu schützen. Außerdem möchte ich den Weg der FIFA zu mehr Transparenz und Good Governance nicht belasten."

Damit sind die internationalen Ämter, die der 57-Jährige im Auftrag des DFB bekleidete, vorerst vakant. Bei der UEFA lief sein Mandat noch bis 2021, bei der FIFA noch zwei Jahre länger. Nur der UEFA-Kongress aller Mitglieder des Kontinentalverbands kann über eine Neubesetzung beider Posten entscheiden.

DFB respektiert die Entscheidung

"Wir respektieren Reinhard Grindels persönliche Entscheidung, von seinen internationalen Ämtern zurückzutreten", kommentierte der DFB. "Er hat sich in den vergangenen Jahren mit hohem Engagement im UEFA-Exko und im FIFA-Council eingebracht und einen wichtigen Beitrag zur erfolgreichen Bewerbung um die Ausrichtung der Euro 2024 geleistet. Für diese Arbeit sind wir ihm sehr dankbar."

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Affäre um teure Uhr

Enthüllungen über Zusatzeinkünfte und die Annahme einer teuren Uhr hatten Grindel seinen DFB-Job gekostet. In seiner Erklärung betonte er am Mittwoch, dass er wegen des Geschenks durch den früheren ukrainischen Verbandsboss Grigori Surkis in "keinerlei Interessenskonflikt geraten" sei. "Es gab keinerlei Unrechtsvereinbarung und keinerlei Beeinflussung. Es war eine unerklärliche Arglosigkeit von mir, dieses Geschenk nicht sofort den zuständigen Compliance-Beauftragten zu melden."

RTL.de/dpa