Reich, reicher, Bayern - Marke FCB boomt wie nie

© dpa, Andreas Rentz

22. Oktober 2013 - 21:48 Uhr

Rekord-Umsatz, Rekord-Zahlen beim Merchandising, Bestmarke beim Trikot-Verkauf: Der FC Bayern boomt wie noch nie. Dank der Triple-Saison steuern die Münchner rosigen Zeiten entgegen. Ein Ende der Fahnenstange ist nicht in Sicht - zum Leidwesen der Bundesliga.

Wenn die Bayern am 13. November auf der Jahreshauptversammlung ihre Bilanz für die Saison 2012/13 vorlegen, dürfte so manchem Konkurrenten die Kinnlade runterfallen. "Wir haben zum ersten Mal die 400 Millionen gerissen. Wir werden beim Umsatz einen Rekord vermelden können", blickt Vorstands-Boss Karl-Heinz Rummenigge in der 'Sport Bild' voraus und nennt gleich den Grund für die unglaublichen Zahlen: "Der Sieg in der Champions League hat einen unglaublichen Auftrieb gegeben. Wir sind interessanter geworden. Das merken wir bei jeder Reise."

Dass die Marke FC Bayern derzeit zieht, liegt zweifelsfrei an den sportlichen Erfolgen. Sponsoren stehen Schlange, um bei den Münchnern einzusteigen. "Unsere Partner wissen zu schätzen, dass die Aufmerksamkeit und Reichweiten, die man bekommt, wenn man mit dem FC Bayern wirbt, immer größer wird", erklärt Finanz-Vorstand Jan-Christian Dreesen, der verzeichnen konnte, dass die Einnahmen im Sponsoring-Bereich von 85 Millionen auf 95 Millionen Euro stiegen.

Kaum verwunderlich, dass die Bayern auch bei den Trikot-Verkäufen eine Bestmarke geknackt haben: "Es wurden erstmals über eine Million Trikots verkauft. Das habe ich früher nicht für möglich gehalten, dass das einem deutschen Club einmal gelingt", berichtet Rummenigge. Er gehe davon aus, "dass wir in dieser Saison - wenn wir unsere sportlichen Ziele erreichen - unsere Zahlen noch einmal steigern und erneut einen Rekord vermelden können. Der Verein boomt."

Dortmund und Schalke gucken in die Röhre

Der Optimismus liegt nicht nur an der sportlichen Entwicklung, sondern auch an den Personen, die sich die Bayern an Land gezogen haben. Mit Mario Götze haben die Bayern einen Teenie-Schwarm in den Reihen, dessen Trikots wie warme Semmel über die Ladentheke gehen; mit Pep Guardiola "eine Kult-Person, die man auf der ganzen Welt kennt. Natürlich hilft uns das bei der Vermarktung, das merken wir bei jedem Gespräch, das wir führen", sagt Jörg Wacker, der für die Internationalisierung des Vereins zuständig ist.

Wacker ist wichtiger denn je, schließlich wollen sich die Bayern finanziell nicht mehr mit der nationalen Konkurrenz wie Borussia Dortmund messen. "Wir sehen den Wettbewerb für Bayern München in Real Madrid, dem FC Barcelona oder Manchester United", erklärt Wacker, der vor allem Nord-Amerika und China als "Fokus-Märkte" ausgemacht hat.

Trotz der Rekord-Zahlen liegen die Bayern bei den Umsätzen (noch) hinter Real (520 Millionen) und Barca (490 Millionen), die den Münchnern voraus sind, "weil sie aus dem nationalen Fernsehtopf 150 Millionen bekommen haben - und damit 120 Millionen mehr als wir", rechnet Rummenigge vor.

Für Konkurrenten wie Dortmund (305 Millionen) oder Schalke (190 Millionen), die in der Bundesliga noch zu den umsatzstärksten Vereinen gehören, klingt das nach Jammern auf hohem Niveau. Während die Revierclubs ihre Einnahmen oft nicht in den Kader, sondern in den Schuldenabbau stecken, haben die Bayern bald auch die Allianz-Arena abbezahlt. Spätestens dann wird wohl noch mehr Geld als ohnehin schon in die Mannschaft gesteckt - und die Bundesliga noch langweiliger.