2016 M02 23 - 11:52 Uhr

'Regionalfenster' ist freiwillig - andere Bezeichnungen oft willkürlich

Immer mehr Menschen wollen im Winter keine Erd- oder Himbeeren, im Frühjahr keine Trauben essen. Die Nahrung soll frisch aus der Region sein, so der Anspruch, weil frisch gesünder ist. Auch Sorgen um die Umwelt spielen eine Rolle, denn der Transport der Ware oft über tausende Kilometer belastet das Klima.

Dritter Kritikpunkt an Erdbeeren zum Beispiel aus Chile oder Äthiopien: Damit die Transportkosten die Ware nicht übermäßig verteuern, wird sie im Herkunftsland oft unter mehr als fragwürdigen, unfairen Bedingungen produziert. Und EU-Standards zum Düngen und Pestizid-Einsatz spielen im fernen Afrika natürlich nur eine untergeordnete Rolle.

Auch Supermärkte haben den Verbraucherwunsch nach mehr Transparenz erkannt und reagieren mit 'regional'-Beschriftungen. Leider wird da viel geschwindelt. Das jetzt eingeführte 'Regionalfenster' auf den Produkten gibt eine bessere Orientierung als ein Schild 'Aus der Heimat' oder 'Von uns aus dem Norden'. Solche Beschriftungen sind – auch wenn sie nicht stimmen – völlig legal, so die Verbraucherschützer von Foodwatch.

Das 'Regionalfenster'-Etikett benennt den Ursprung der Hauptzutaten von Lebensmitteln und den Ort, an dem sie verarbeitet wurden. Das 'Regionalfenster' finden Verbraucherschützer zwar grundsätzlich gut, kritisieren aber, dass der Aufdruck freiwillig ist. Deshalb sei man in Deutschland von echter Transparenz bei Lebensmitteln nach wie vor weit entfernt. Foodwatch fordert daher für Lebensmittel eine Pflicht, die Herkunftsländer der Hauptzutaten anzugeben.