Regionale Käsehersteller in Not

Mozzarella-Krise in Italien

31. Juli 2020 - 14:57 Uhr

Produktion von Büffelmozzarella während Corona-Lockdown fast komplett eingestellt

Büffelmozzarella gehört zu Italien wie Parmesan, Spaghetti oder Fiat. Die Produktion ist eigentlich eine Erfolgsstory mit jährlichen Wachstumsraten von bis zu 20 Prozent. Während der Pandemie und den strengen Einschränkungen zur Bekämpfung von Corona in Italien musste die Produktion von Büffelmozzarella fast komplett runtergefahren werden. Für die meist kleinen Familienbetriebe eine Katastrophe. Im Video zeigen wir, wie es mit der Produktion von  Büffelmozzarella jetzt weitergeht.

Wirtschaft nicht so heftig abgestürzt wie befürchtet

Allerdings ist die Wirtschaft in der Corona-Krise nicht ganz so tief eingebrochen wie befürchtet. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) sank von April bis Juni um 12,4 Prozent zum Vorquartal, wie das Statistikamt Istat am Freitag in Rom mitteilte. Auch wenn die Behörde von einem "beispiellosen Konjunktureinbruch" sprach, erwiesen sich die Prognosen vieler Experten als zu pessimistisch: Ökonomen hatten im Mittel einem Rückgang um 15,0 Prozent auf dem Zettel, nach einem Minus von 5,4 Prozent zu Jahresbeginn.

Der Konjunktursturz im Frühjahr ist zwar tiefer als in Deutschland (minus 10,1 Prozent), aber nicht so gravierend wie in Spanien, wo es beim BIP ein Minus von 18,5 Prozent gab.

Zum Vorjahr sank das BIP in Italien im zweiten Quartal um 17,3 Prozent. Das chronisch wachstumsschwache Land war im Frühjahr kalt von der Virus-Pandemie erwischt worden, die sich insbesondere im wirtschaftsstarken Norden Italiens rasant ausbreitete und das Gesundheitssystem bis zum Anschlag und vielerorts darüber hinaus belastete. Seit Februar forderte das Virus mehr als 35.000 Tote in dem Mittelmeerland.

Die Regierung in Rom ordnete strenge Schutzmaßnahmen an, die große Teile der Wirtschaft im Frühjahr lahmlegten und bis heute nachwirken. Auch der Tourismus-Sektor leidet weiter. Um konjunkturell wieder auf die Beine zu kommen, winken Italien laut Regierungschef Giuseppe Conte 209 Milliarden Euro aus dem jüngst von der EU beschlossenen Corona-Hilfstopf - davon 81 Milliarden Euro Zuschüsse, die nicht zurückgezahlt werden müssen.

Conte hat als Reaktion auf die Krise ein Wirtschaftsprogramm aufgelegt, das er als "Mutter aller Reformen" bezeichnete. So sollen die Bürokratie abgebaut und Investitionen erleichtert werden. Zudem sollen 75 Milliarden Euro für Hilfen an Firmen und Privathaushalte lockergemacht werden. Anfang August soll ein weiteres Konjunkturpaket im Umfang von 25 Milliarden Euro geschnürt werden. Die Regierung in Rom erwartet für 2020 einen Rückgang der Wirtschaftsleistung um acht Prozent, hofft aber darauf, dass es nicht ganz so schlimm kommen wird.

Quelle: RTL.de / Reuters