16. April 2019 - 15:48 Uhr

Kaputte Maschine auf der Landebahn

Es ist schon wieder ein Regierungsflieger, der für Schlagzeilen sorgt – und dieses Mal sogar einen kompletten Flughafen lahmlegt. Am Airport Berlin-Schönfeld ist am Dienstagvormittag kurz nach 09:30 Uhr die Abfertigung gestoppt worden. Auf der Start- und Landebahn stand ein defekter Jet der Bundeswehr-Flugbereitschaft, mit dem auch Regierungsmitglieder reisen. Nach Darstellung von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) war das Flugzeug zuvor nur knapp einem Unglück entgangen. Die Luftwaffenbesatzung habe es geschafft, "den Jet unter schwierigsten Bedingungen zu Boden zu bringen und damit Schlimmeres zu verhindern", sagte von der Leyen am Dienstag.

Tragflächen berührten bei der Landung in Berlin-Schönefeld den Boden

Berlin-Schönefeld: Eine Reisende checkt im Flughafen die Anzeige für die Abflüge.
"Nichts geht mehr" hieß es eine Zeitlang am Airport Berlin-Schönefeld.
© dpa, Paul Zinken, soe

Der Flieger war nach einer Funktionsstörung kurz nach dem Start umgekehrt und hatte auf dem Flughafen Berlin-Schönefeld Probleme bei der Landung. "Die Maschine hatte mit beiden Tragflächen Bodenberührung. Und eine kontrollierte Landung war nicht mehr möglich", erklärte ein Sprecher der Luftwaffe. Es seien keine Passagiere an Bord gewesen, die Crew werde in einem Bundeswehrkrankenhaus medizinisch untersucht. Ob es Verletzte gab, blieb unklar.

Inzwischen ist der Flugbetrieb am Berliner Flughafen Schönefeld wieder aufgenommen worden. Das teilte der Berlin Airport Service am Dienstagmittag via Twitter mit. Verzögerungen seien aber weiterhin möglich. Reisende sollten die Informationen vor Ort berücksichtigen.

Jet der Bundeswehr-Flugbereitschaft sollte gewartet werden

Das Flugzeug ist den Angaben zufolge vom Typ Global 5000 des kanadischen Flugzeugherstellers Bombardier. An Bord habe sich kein Politiker befunden, hieß es. Nach Angaben des Luftwaffensprechers war die Maschine zur Wartung in Schönefeld. Sie war eigentlich auf dem Weg nach Köln, wo sie stationiert ist. Warum das Flugzeug kehrtmachen musste, blieb unklar. Der Sprecher sprach zunächst nur von Funktionsstörungen, was die Bundeswehr in einem Tweet bestätigte:

Pannenserie bei Regierungsfliegern

Die Bundeswehr-Flugbereitschaft hat 14 teils ältere Flugzeuge, die für Flüge von Kabinettsmitgliedern oder des Bundespräsidenten eingesetzt werden. Zuletzt gab es immer wieder Pannen bei Auslandsreisen deutscher Politiker.

Ende Februar saß Außenminister Heiko Maas in Mali fest, im Januar war Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in Äthiopien betroffen, kurz davor Entwicklungsminister Gerd Müller in Afrika. Und im November musste Angela Merkel per Linienflug zum G20-Gipfel nach Buenos Aires reisen, da der Kanzler-Airbus defekt war. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) gab im Februar die Beschaffung von drei neuen Langstreckenmaschinen in Auftrag.