400 Millionen Dosen für Regierungen in aller Welt

Vermittler bieten "Geisterimpfstoffe" aus unbekannten Quellen an

400 Millionen Dosen Geisterimpfstoff wurden Regierungen in aller Welt angeboten.
400 Millionen Dosen Geisterimpfstoff wurden Regierungen in aller Welt angeboten.
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25. Februar 2021 - 12:48 Uhr

Impfstoffe aus unbekannter Quelle

Ganz Deutschland und die halbe Welt braucht mehr Impfstoff gegen das Coronavirus. Eine Marktlücke, die offenbar mehrere obskure Geschäftsleute für sich nutzen wollen. Denn einem Bericht der EU zufolge wurden 400 Millionen Dosen dieser sogenannten "Geisterimpfstoffe" bereits Regierungen in aller Welt angeboten. "Geisterimpfstoffe" bezeichnen Angebote, die nicht direkt vom Hersteller kommen, sondern über mehr oder weniger obskure Vermittler angeboten werden.

Auch Deutschland hat offenbar solche Angebote bekommen. Die EU-Anti-Betrugsbehörde Olaf und die Strafverfolgungsbehörde Europol haben Ermittlungen aufgenommen.

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Echter Impfstoff oder Salzwasser in Fläschchen

400 Millionen Dosen im Wert von bis zu drei Milliarden Euro - das sei die Größenordnung, in der man sich bewege. Das Problem bei den "Geisterimpfstoffen: Man könne nicht genau wissen, ob es sich um echten Impfstoff handele, so die EU-Kommission. Es könnte sich auch um "Salzwasser in kleinen Fläschchen" handeln.

Ganz konkret wurden vor wenigen Tagen offenbar allein 100 Millionen Dosen des Herstellers AstraZeneca verschiedenen Regierungen angeboten. Das berichtet die "Bild". Vermittler sei ein Mann gewesen, der zuvor auch schon Corona-Schutzausrüstung angeboten habe und in etlichen deutschen Behörden bekannt sei.

Auch Angebot an Deutschland

Wie knapp es bei uns in Deutschland um den Impfstoff bestellt ist, wussten offenbar auch die Vermittler. Denn offenbar hat auch die Bundesregierung etliche Angebote "unterschiedlicher Seriosität" bekommen. Das bestätigte ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums der "Bild". Deutschland sei aber an den EU-Beschaffungsmechanismus gebunden und habe deshalb keines dieser Angebote angenommen.

In Deutschland gibt es aktuell eine große Debatte um die Beschaffung von genügend Impfstoff. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn wird unter anderem vorgeworfen, zu zögerlich agiert zu haben.

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