Regierung will Verbot von Designerdrogen erleichtern

Die Bundesregierung will das Auftauchen immer neuer Designerdrogen wie Räuchermischungen mit schlagkräftigeren Verboten eindämmen. Bisher gebe es ein "Katz-und-Maus-Spiel", da verbotene Substanzen oft schnell in leicht abgewandelter Version wieder auf den Markt kämen, sagte die Drogenbeauftragte der Regierung, Mechthild Dyckmans (FDP), am Dienstag in Berlin.

Zudem seien Verbote erst nach aufwendigen Verfahren für genau definierte Stoffe zu erreichen. Daher setze sie sich für eine Änderung des Betäubungsmittelgesetzes ein. Ein Gutachten im Auftrag des Bundesgesundheitsministeriums schlägt vor, Verbote für umfassendere Stoffgruppen zu ermöglichen.

Allein in diesem Jahr seien fast 40 neue chemische Drogen in Deutschland auf den Markt gekommen, die noch nicht unter Verbote fielen, sagte Dyckmans. "Diese Substanzen bergen unkalkulierbare gesundheitliche Risiken". Ihren Angaben zufolge sind synthetische Drogen nach Cannabis die am häufigsten konsumierten illegalen Stoffe. Zwei Millionen Erwachsene zwischen 18 und 64 Jahren haben demnach schon einmal Amphetamine ('Speed') genommen, regelmäßig konsumieren dies 150 000 Erwachsene, vor allem jüngere.