Regierung verabschiedet sich von Gorleben-Plänen

Derartige Arbeiten wird es vorerst nicht mehr geben: Spezialfahrzeug im Erkundungsbergwerk in Gorleben.
Derartige Arbeiten wird es vorerst nicht mehr geben: Spezialfahrzeug im Erkundungsbergwerk in Gorleben.
© dpa, Rainer Jensen

10. Februar 2016 - 14:33 Uhr

Wohin mit dem Atommüll?

Deutschland steigt aus der Atomkraft aus und kein Mensch weiß, wohin mit dem Müll. Nun scheint zumindest festzustehen, wo er nicht hin soll: nach Gorleben. Offenbar verabschiedet sich die Bundesregierung vorerst von der weiteren Erkundung des Salzstocks Gorleben als Atomendlager. Dies berichtet die 'Süddeutsche Zeitung' (SZ). Die Arbeiten dort sollten "noch in diesem Jahr" beendet werden, heißt es dem Blatt zufolge in einem Einigungsvorschlag.

Dies soll die Regierung inoffiziell den Ländern unterbreitet habe. "Nach dem Einstellen der Erkundungsarbeiten im Salzstock Gorleben findet ein Offenhaltungsbetrieb ohne weitere Erkundungen statt", zitiert die Zeitung aus dem Papier.

Gorleben ist seit 35 Jahren Dauerthema

Im Zuge von Atomausstieg und Energiewende hatten sich Bund und Länder darauf geeinigt, mehrere mögliche Standorte für ein Endlager für hochradioaktiven Atommüll zu prüfen. Seit vier Monaten beraten sie über ein entsprechendes Gesetz, dass zu etwa 90 Prozent fertig ist. Umstritten ist bisher aber, wann und wie der Salzstock im niedersächsischen Gorleben mit anderen Standorten verglichen werden soll. Er wird seit 35 Jahren als einzige Option geprüft.

Nach dem Kompromissvorschlag soll Gorleben nur dann wieder erkundet werden, wenn das nötig wird, um den Salzstock mit anderen Standorten zu vergleichen. Möglich solle allerdings ein "Forschungslaborbetrieb" sein, so die 'SZ' weiter. Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) sagte der Zeitung: "Die Einigung zwischen Bund und Ländern ist in greifbarer Nähe." Sein Ziel sei es, bis zum Sommer ein Rahmengesetz zu beschließen.