2019 M01 19 - 18:13 Uhr

Den Rettungskräften bleibt nur noch wenig Zeit

Die Rettung des zweijährigen Julen wird für die spanischen Helfer zu einem Kampf gegen die Uhr - seine Überlebenschancen schwinden von Stunde zu Stunden und es gibt noch immer kein Lebenszeichen. Nun droht ein weiteres Problem: Am Wochenende soll es Regnen. Ein Höhlenexperte erklärt im Video, was das für die Rettungsarbeiten jetzt bedeutet.

Ab Samstagabend soll es regnen

Die Helfer brauchen jetzt vor allem eines: mehr Zeit. Die haben sie aber nicht mehr, denn die Befreiung des kleinen Julen stellt die Arbeiter vor erhebliche Herausforderungen. Die Experten sind nun dran, ein Paralelltunnel zum Unglücks-Schacht zu bohren, durch den sie zu der Stelle vordringen wollen, an der sie Julen vermuten. Doch wegen des instabilen Geländes sind die Bohrungen extrem schwierig.

Ab Samstagabend werden jetzt auch noch starke Regenfälle erwartet. Im schlimmsten Fall könnten bis Sonntagabend bis zu 20 Liter Regen pro Quadratmeter fallen. Das könnte den Boden noch mehr aufweichen. Wenn die Retter es nicht schaffen, bis Freitagabend einen Schacht fertig zu bohren, ist unklar, ob sie Julen überhaupt noch erreichen können.

Bohrmaschine bereitet Probleme

Ein weiteres Problem stellt der Transport der Bohrmaschine dar, die den Bergungtunnel ausgraben soll. Wegen des zu steilen Zugangswegs habe man die 75 Tonnen schwere Maschine in zwei Hälften zerlegen müssen, die nacheinander zu dem Schacht in Totalán hochgefahren werden sollten, wie die Zeitung "El País" berichtet.

Vom zweijährigen Julen gab es weiter kein Lebenszeichen. Der Kleine soll am Sonntag bei einem Ausflug mit seiner Familie aufs Land in das Loch gefallen sein, das einen Durchmesser von nur 25 bis 30 Zentimetern hat. Bei Kameraaufnahmen wurde in dem Schacht am Montag in einer Tiefe von knapp 75 Metern eine Tüte mit Süßigkeiten entdeckt, die Julen bei sich gehabt hatte. Allerdings verhinderte lose Erde, mit der Kamera tiefer vorzudringen.

Der Schacht ist nach amtlichen Angaben insgesamt 107 Meter tief. Das entspricht ungefähr der Höhe eines 30-stöckigen Gebäudes. Er war im Dezember auf der Suche nach Wasser in der von Dürre geplagten Region offenbar ohne Genehmigung gegraben worden.