"Brauchen jetzt Stabilität"

Horner fordert weitere Verschiebung der neuen Formel-1-Regeln

F1 Grand Prix of Australia - Practice
© Getty Images, Bongarts, AJB

31. März 2020 - 18:20 Uhr

Red Bull will neues Reglement erst 2023

Wegen der Corona-Krise hat die Formel 1 die geplante Regel-Revolution schon von 2021 auf 2022 verschoben. Geht es nach Red-Bull-Teamchef Christian Horner, sollen die neuen Regeln sogar erst ab 2023 gelten.

Hohe Entwicklungskosten sind das Problem

"Wir sprechen darüber, die neuen Regeln ein weiteres Jahr nach hinten zu verschieben, denn meiner Meinung nach wäre es völlig unverantwortlich, die Bürde an Entwicklungskosten 2021 zu tragen", sagte Horner der BBC.

Unter den Teams herrsche dahingehend ein "vernünftiges" Maß an Einigkeit, allerdings müsse die FIA dem Anliegen zustimmen.

"60 Prozent des Chassis einfrieren"

"Das wichtigste, was wir jetzt brauchen, ist Stabilität", forderte Horner. Änderungen führten immer zu Kosten, so der Brite. Um diese zu senken, sei es das Beste, weite Teile der derzeitigen Autos unverändert zu lassen.

"Wenn wir 60 Prozent des Chassis für die kommenden 18 Monate einfrieren, wird das einen dramatischen Effekt bei den Grand-Prix-Teams bewirken, ihre Betriebskosten zu senken. Ob nun bei Red Bull oder Williams", führte Horner weiter aus.

Budget-Obergrenze greift schon 2021

Die Corona-Krise könnte auch die Formel 1 hart erwischen. Alfa-Romeo-Teamchef Frédéric Vasseur warnte jüngst vor einem "Teamsterben" in der Motorsport-Königsklasse, Ex-F1-Pilot Ralf Schumacher macht sich auch um die großen Rennställe Sorgen.

Wegen der Corona-Pandemie hatten die FIA, die F1-Bosse und die zehn Teams einstimmig beschlossen, die ursprünglich für 2021 geplante Regel-Revolution um ein Jahr zu verschieben. Stattdessen wurde das derzeitige Reglement eingefroren und gilt auch im kommenden Jahr.

Einzig die im neuen Regelwerk vorgesehene Budget-Obergrenze von 175 Millionen Dollar tritt wie vorgesehen in Kraft.

Mit der Regel-Verschiebung sollen die Teams von den Entwicklungskosten befreit werden, die sonst im laufenden Jahr für den Bau der rundum erneuerten Boliden angefallen wären.

F1-Bosse planen 2020 mit 15 bis 18 Rennen

Wann die Formel 1 dieses Jahr Gas gibt, steht weiter in den Sternen. Wegen der Ausbreitung des Coronavirus wurden die ersten acht Grands Prix schon abgesagt oder auf unbestimmte Zeit verschoben. Die F1-Bosse planen (noch) mit 15 bis 18 Rennen in diesem Jahr.

Losgehen könnte es im Juni. Der für 14. Juni angesetzte Kanada-GP ist aber kaum noch zu halten, nachdem die kanadische Regierung ihre wegen der Corona-Krise erlassenen Einreisebeschränkungen bis Ende Juni verlängert hat.

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