Rechtsruck in Frankreich: Warum Marine Le Pen? Besuch in der französischen Provinz

Front National stellt Bürgermeister in Villers-Cotterets

Villers-Cotterets ist eine kleine Gemeinde mit knapp 11.000 Einwohnern im Norden Frankreichs. 42 Prozent der dort Wahlberechtigten haben bei den Gemeindewahlen 2014 den Kandidaten des Front National, Franck Briffaut, zu ihrem Bürgermeister gemacht. Und viele sind mit ihm zufrieden. Er mache seine Arbeit sehr gut und sei sehr zuvorkommend.

Briffaut und die universellen Realitäten des Lebens

Er hat sein Wahlversprechen gehalten und die Steuern gesenkt – um ein Prozent. Das mag wenig sein, ist aber von großem symbolischen Wert. Zusätzlich hat er sein Gehalt angehoben – Anpassung an die Inflationsrate. Sicherheit und Zuwanderung sind die zentralen Themen seiner Partei, und auch Briffaut liegen sie am Herzen. Also würde er sich auch gegen eine Aufnahme von Flüchtlingen wehren, sollte die Regierung versuchen, sie in oder um Villers-Cotterets anzusiedeln.

Seine Begründung dafür ist nicht überraschend. Briffauts Sichtweise wurzelt in seiner einfachen Sicht der Dinge. Je mehr Flüchtlinge, desto weniger Integration: Das ist eine Realität des Lebens. Das gilt universell, in der Tierwelt, bei allen Lebewesen.

Konservative Schützenhilfe von Fillon

Schützenhilfe erhalten die Rechten im Moment auch vom Kandidaten der Konservativen, Francois Fillon. Es gibt Korruptionsvorwürfe, doch ficht das Fillon nicht an. Er hält sie für unwahr und findet das entscheidend. Seine Wähler jedoch wenden sich von ihm ab. Schwenken sie über zu den Sozialisten oder zu Emmanuelle Macron? Oder wählen sie ganz rechts? Im April werden wir es wissen.